Nach reichlichem Experimentieren haben die Köpfe hinter dem niederländischen Start-Up Unternehmen „Magioni“ drei verschiedene Pizzaböden mit je etwa 40% Gemüseanteil kreiert: zwei davon – mit Zucchini und Blumenkohl – gibt es mittlerweile auch in Deutschland zu kaufen.
Eine Welt, in der Fast Food zu Fit Food wird – mit dieser Vision sei das junge Start-Up „Magioni“ angetreten. Sechs Frauen haben vor einigen Jahren das ehrgeizige Projekt angepackt, einen Pizzaboden ausschließlich aus Gemüse zu erschaffen. Denn die Pizza an und für sich mit ihrer fast unerschöpflichen Vielfalt was Belege anbetrifft, ist auch ein Lieblingsgericht von Menschen, die kalorien-, kohlenhydrat- oder fettarme Ernährung bevorzugen. Und so ist der italienische Rundling mit seinem weit über 100 Jahre bewährten Teigkonzept dessen Grundzutaten Mehl, Hefe, Olivenöl, Wasser, Zucker, Salz selbst dem militantesten Veganer und der Veganerin wenig Bauchschmerzen bereiten, auch für viele “traditionelle” Esser nicht mehr immer passend.
Aber Komplett auf Pizza verzichten? Nein, sagten die Niederländerinnen um Lisa Veen. Auch wenn ihre Experimente mit Böden ausschließlich aus Gemüse letztlich scheiterten, haben es ihre innovativen Böden mit immerhin doch circa 40 Prozent Zucchini-, Blumenkohl- und Paprikaanteil kurz nach Markteinführung in ihrer Heimat auf Platz eins in der Kategorie „meistverkaufte Frischpizzaböden“ geschafft. Nach Belgien und dem Vereinigten Königreich können nun auch Kunden in Deutschland – in allen Berliner Edeka-Filialen und nach und nach in immer mehr Märkten bundesweit – zwei von drei Kreationen (wann und ob Paprika in Deutschland startet ist noch etwas unklar) entdecken: Zucchini und Blumenkohl.
Die Zutatenliste ist bei beiden Sorten – außer dem jeweils namengebenden und geschmacklich dominanten Gemüse natürlich – gleich: neben Weizenmehl kommen Hefe, Rapsöl, Salz, Konservierungsstoff (E281), Rapsfett und Enzyme zum Einsatz. Die „Magioni“-Pizzaböden sind wie eigentlich alle Fertigteige die es in konventioneller Art gibt, kühlpflichtig. Eingefroren seien sie über einen Monat haltbar. Während der Zucchini-Pizzaboden eine grünliche Farbe hat, wirkt die Kohl-Version im ungebackenen Zustand leicht gräulich. Vom Geschmack her kommt Zucchini recht neutral, während die Böden mit Blumenkohl doch egal wie man sie belegt dem Gesamtprodukt nachdrücklich seinen Stempel aufdrückt. Aber auch Skeptiker sollten dieser Variante definitiv eine Chance geben, denn je nach dem was man drauf gibt ist auch dieser Gemüse-Teig für manche Überraschung gut.
Und auch wenn der Pizzaboden – zwei leicht dickliche Rundstücke warten jeweils in einer Verkaufspackung – im Unterschied zu den zucchinihaltigen Böden etwas aufeinander klebt, schadet das dem Endresultat nicht. Die Blumenkohl-Teiglinge sollten allerdings bereits vor dem Belegen unbedingt für etwa drei Minuten zum Vorbacken in den Ofen.
Ist man unschlüssig darüber, wie man gemüsige Pizza-Böden belegt, bietet das Unternehmen auf seine Webseite reichlich leckere Rezeptideen – diese sind keineswegs “nur” vegan oder vegetarisch. Zum Beispiel harmoniert auch die Zucchini-Variante tatsächlich ausgesprochen gut als Pizza Prosciutto, und die zweite Sorte u.a. vortrefflich mit Spinat und Burrata. Bei den Testrunden in unserer Redaktion mit Tomaten und Mozzarella harmonierte auch Bärlauchpesto sehr gut zum dezenten Blumenkohlgeschmack.
Interessanter Nebeneffekt am „Magioni“-Konzept: Eltern, die es bei ihrem Nachwuchs gemeinhin schwer haben, die Extraportion Gemüse “unterzuschieben” können insbesondere mit den Zucchini-Böden “heimlich” trumpfen. Eine gesündere Alternative zu herkömmlicher Tiefkühlpizza sind die niederländischen Rundlinge allemal. Nicht zufällig sind die Gemüse-Pizzaböden mit dem Nutri-Score-Wert A gekennzeichnet.
