Ihre Trüffelschweine im fränkischen Einheitsbrei

Geschenketest: Würste, Müsli und Kekse selber “kreieren”

wurstmixxwurstmixx.de

Bei Metzger Böbel aus dem fränkischen Rittersbach schlägt das Herz von Fleischliebhabern wohl hörbar. Denn bei dem Betreiberpaar kriegt man neben dem in einer Metzgerei üblichen Sortiment die Chance beispielsweise Leberkäse, Bratwürste, Rohpolnische aber auch Frischkäse nach eigener Fasson aufpeppen zu lassen. Da wir – Leute mit Zeitmangel und was das Abschmecken von rohen Fleisch- und Wurstbergen angeht mit zwei linken Händen ausgestattet – die Idee Lebensmittel “selber” zu kreieren schon seit langem spannend fanden, suchten wir die Website wurstmixx.de auf.

Im ersten Schritt wählt der Kunde aus über 20 Basisprodukten – darunter neben den vorgenannten Beispielen auch Lioner, Fleichkäse, Jagdwurst, Blutwurst oder Kalbsleberwurst. Wir entschieden uns drei verschiedene Produkte basteln zu lassen: auf Basis Gelbwurst, mittelgrobe Bratwurst und Frischkäse. Danach werden jeweils die Hauptzutaten mit einer Auswahl von über 70 verschiedenen Zutaten verfeinert. Der Fantasie ist dabei mit Millionen Kombimöglichkeiten keine Grenze gesetzt. Bei manchen Wurstwaren gibt es auch Tipps, zum Beispiel empfiehlt die Metzgerei bei Gelbwurst wegen deren milden Eigengeschmack vielleicht eine süßlichere Komponenten zu wählen. Wir ließen diese Empfehlung(en) außer Acht und entschieden uns hier zunächst für Walnüsse.

Die Zutaten sind generell in acht Kategorien unterteilt: Gemüse, Gewürze und Kräuter, Nüsse und Körner, Nudeln und mehr (z.B. Reis, Semmelwürfel oder Rührei), Obst und Süßes (z.B. Gummibärchen – unser erster Gedanke: wie pervers muss man sein, damit Würste zu verschlandeln…), Schinken, Käse und Fisch sowie Alkoholisches wie Bier und Rum. Unsere Bratwürstchen baten wir mit buntem Pfeffer und Hartkäse zu verfeinern. Und beim Frischkäse kamen einmal Ananas, Rum und Mandeln dazu, bei der anderen Variante (das Einzige was sich für uns als geschmacklicher Reinfall erwiesen hat) geräucherter Lachs, Birnen, Rum und gekochtes Ei. Während die Frischkäsevariationen für Probierfreudige als Einzelbecher á 175 g für 5,70 Euro zu erwerben ist, gibt es bei Wurstsachen fast durchweg vorgegebene Mindestbestellmengen: bei Gelbwürsten beispielsweise 5 Stück á 200 g für je 7,40 Euro und bei Bratwürstchen 25 Stück, insgesamt 1 Kilo – für 1,40 € pro Stück.

tacho-12Dazu kommen die üblichen Versandkosten. Der Bestellvorgang ist weitgehend haken- und ösenfrei – übersichtlich und die Abwicklung tadellos. Auch in der kalten Jahreszeit werden die Frischwaren sehr ordentlich mit Kühlakkus verpackt – in wenigen Tagen hat man die Leckereien zu Hause. Vom Grundgeschmack aller drei Produkte waren wir sehr angetan – insb. die Gelbwürste waren im vergleich zu Vielem was Münchner Metzger bieten überdurchschnittlich. Auch der Gesamteindruck der ernstgemeinten drei Kreationen – das Ei beim zweiten Frischkäse harmonierte wie erwartet unseres Erachtens nicht – war von sehr gut bis gut zu bewerten. Der Preis ist insgesamt zwar etwas teuer, aber der Spaßfaktor und die Lust, Familie oder Freunden einmal etwas Originelles zum Frühstück, Brunch oder “demnächst” dann mal wieder beim Grillen zu servieren, gleicht es aus.

Bestellvorgang/Handling: 4/5

Geschmack/Originalität: 5/5
Preis/Leistung: 3/5



kekswerkstattkekswerkstatt.de

Es gibt Leute, die haben entweder keine Zeit oder wenig Geschicklichkeit Kekse selber zu backen, dafür aber Riesenlust zu naschen. Man kann Kekse dann natürlich tendenziell in jedem Supermarkt kaufen, ggf. bei der Oma bestellen oder eben in einer virtuellen Bäckerei nach eigenen Geschmacksvorstellungen backen lassen. Wir haben eine solche Webseite getestet:  kekswerkstatt.de. Sie wirbt mit eigenen handgemachten ofenfrischen Keksen, bietet aber auch an, nach bewährten Zutaten für Kunden frisch Kekse zu backen. Und wenn man möchte, können die süssen oder auch herzhaften Leckereien als Geschenk verpackt werden.

Wir wählten zwei verschiedene Varianten: einmal mit herzhaftem Teig aus Weizenmehl und Frischkäse – als individuelle Zutaten nahmen wir hier Salami und Parmesankäse (das Ergebnis: 6,95 € für 300 g, das entspricht 23.17 €  pro Kg- Versand kommt noch obendrauf); und zum zweiten eine süsse Variante mit weißer Schokolade und Pflaumenstückchen (hier waren gar 7,45 € für die 300g Variante fällig). Um die Testreihe abzurunden bzw. kennenzulernen, was die Kekswerkstatt an eigenen Ideen zu bieten hat, bestellten wir dazu “Probier Dich” Packungen mit je vier Plätzchen: Banana-Split-, Triple-Schoko-, Apfel-Strudel-Kekse und kakaohaltige “Kekse zum Prickelnden” mit Cornflakes und Haselnüssen. Unsere eigenen Variationen ließen wir einmal mit einer roten Schleife (0,65 Cent Aufpreis) bzw. mit einem Wunschbild auf der Packung (2 Euro Mehrkosten) liefern. Man kann die Kekskreationen auch als Geschenk verpacken lassen für knapp 3,- € zusätzlich, so dass außen kein Logo des Herstellers prangt; und für noch mal einen Euro extra gibt es auf Wunsch auch eine Grusskarte, die man auf der Website beschriftet beigelegt.

Beim Bestellvorgang selbst empfehlen wir vor dem letzten Bestellschritt unbedingt alles akribisch zu checken: Denn vor allem wenn man bei einer Kreation bis kurz vor Bestellabgabe noch ein wenig an den Zutaten “feilt”, hakt es teils gewaltig. Aus unserer ausgewählten Verpackung mit Bild wurde plötzlich wieder eine Standardverpackung. Oder: weitaus schlimmer wenn sich der Grundteig verwandelt. Hätten wir nicht aufmerksam alles kontrolliert, hätten wir unsere Salami-Parmesan-Kekse mit süßem Grundteig im Warenkorb gehabt. Während die Probierkekse unbeschadet in einer kleinen Papierschachtel kamen, waren unsere “eigenen” Kekse – je 300 g – in zwar dick wirkende, aber trotzdem kaum Bruchschutz bietende Papierbeutel verpackt. Besonders die herzhafte Variante mit bröseligem Frischkäseteig hatte gelitten obgleich das Päckchen äußerlich unbeschadet ausgeliefert worden war – mindestens 1/4 des Inhaltes kam in Bruchstückchen an. Vom Geschmack her biss letztere Mischung ziemlich auf der Zunge, aber für das Zusammenspiel von Salami und Parmesan waren wir selbst verantwortlich.

tacho-04Die zweite Packung hatte den Transport zwar besser überstanden, wohl auch weil der Grundteig an sich fester zusammenhält, war aber von der Beschreibung “offenfrische” Kekse leider auch meilenweit entfernt. Die Knabbereien wurden sehr schnell sehr fest – und geschmacklich waren alle Produkte, auch die Empfehlungen des Hauses eher unteres Mittelmaß. Peinlich auch, dass das selbst gewählte Schwarzweiß-Foto auf einer der Verpackungen letztlich so aussah, als sei es auf einem Homedrucker herausgelassen worden, dem die Tinte auszugehen drohte. Und die Grußpostkarte würde ein normaler Empfänger der nicht von ihrer eigentlichen Bestimmung weiß wohl gleich als schlechte Werbebeilage aussortieren.

Bestellvorgang/Handling: 3/5
Geschmack/Originalität: 1/5
Preis/Leistung: 0/5



mymueslimymuesli.de

Müsli gehört mittlerweile wohl fast zum Standartfrühstück. Es gibt gesunde, knsuprige, kornige, nussige, fruchtige, schokoladige und viele weitere verschiedenartige Variationen. Manche Menschen mixen ihre Flocken zuhause auch selber zusammen. Alledigs muss man die dann benötigten Zutaten in Mengen kaufen, die man vielleicht gar nicht aufbrauchen kann solange sie frisch bleiben. In diesem Punkt greifen die Angebote von mymuesli.de, die es mittlerweile auch in die Regale einiger Supermärkte geschafft haben. Im Unterschied zu dort angebotenen Produkten mixen sie bei Bestellung auf ihrer Website auch individuelle Müslis aus biologisch erzeugten Zutaten. Der Bestellvorgang ist wie bei derlei Kreativangeboten üblich in mehrere Schritte geteilt – insgesamt alles recht übersichtlich und intuitiv gehalten. Als erstes sucht man die Basis für sein Müsli aus. Zur Wahl stehen beispielsweise Bircher Deluxe, Chocolate-Dream, Qi oder Tropica. Der Grundpreis beträgt 3,90 €. Die Endsumme variert je nachdem, was man in die zunächst virtuelle Dose zusätzlich mischen lässt.

Wir bastelten gleich vier verschiedene Müslis: 1. Eine Mischung auf der Basis “Fünf Körner” (Flocken aus Weizen, Hafer, Roggen, Dinkel und Gersten), dazu Apfel-Zimt-Crunchy und Walnusskerne (4,95 €); 2. Tropica-Basis (Flocken aus Gersten und Hafer sowie Honeyboons, Papaya, Mango und Schoko-Dinkelbällchen) verfeinert mit Hanfnüssen und Kokoschips (6,65 €); 3. beim dritten Müsli drehte sich alles um Schokolade: Die Grundrezeptur Chocolate-Dream bestehend aus Haferflocken, Chocolate Boons (Reis, Weizen, Hafer, Gerste, Rohrzucker Kakao und Gestenmalz), Schokoplättchen und Schoko-Cornflakes ergänzt mit weißer Schokolade, Esspresso-Chocs und Sultana-Chocs (6,35 €); 4. Crunchy and Oat-Basis (Flocken aus Hafer, Gerste und Weizen, Puffreis, Honig und Zimt) mit Paranusskernen, Sauerkirschen, Cranberries, Gojibeeren, Dinkelflakes und Buchweizenflocken (7,85 €).

Alle vier Produkte wurden in handelsüblichen weißen je 575 g fassenden Dosen geliefert. Auf der Rückseite stehen dann neben den jeweiligen Namen, den man beim Bestellvorgang der eigenen Kreaktion selber vergibt, die ID-Nummer des Produktes, das macht eine etwaige Nachbestellung leichter. Zum Gesamtpreis kommen auch hier die Lieferkosten von DHL dazu. Man kann die fertige Produkte in einigen Städten aber auch an zentralen Punkten abholen, in München beispielsweise unweit vom Viktualienmarkt.

tacho-11Geschmacklich gab es an keinem der vier Müslis etwas auszusetzen. Auch was die Qualität der Zutaten angeht. Optisch bzw. vom Handling her gab es einen kleinen Haken: Wir haben den Eindruck, dass die Zutaten nicht gut miteinander gemischt werden. Nach dem Motto: erst die Grundbasis, dann die Zutaten nach der bestellten Reihenfolge, so dass wir selbst durch Schütteln der Dose bzw. mittels Herumstochern mit dem Löffel den Inhalt harmonischer machen mussten.

Bestellvorgang/Handling: 4/5
Geschmack/Originalität: 4/5
Preis/Leistung: 3/5



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