Ihre Trüffelschweine im fränkischen Einheitsbrei

Geschenketest: Zuckerwatte-Maschine, Tetris-Lampe und Solarladegerät Deluxe

zuckerwatteZuckerwatte-Maschine gesehen bei: www.radbag.de

Ein Zuckerwattestand auf der Kirmes und sein Betreiber, der wie ein Zauberer mit einem Holzstäbchen unsichtbare süße Fädchen zu einem luftigen, auch mal farbigen Ball formt: Das fasziniert nicht nur die Kleinen, auch Erwachsene werden in die Zeit ihrer Kindheit zurückversetzt. Daher erschien es uns reizvoll herauszufinden ob und wie eine kleine Zuckerwatte-Maschine für den Hausgebrauch die gleiche Ekstase beschert. Und so haben wir eine im Rertro-Look (nach dem Motto: wenn schon zurück in die Zeit, dann auch richtig) für knapp 40,- Euro bestellt. Darüber, wann und wer die Zuckerwatte erfunden hat, streiten sich die Geister. Fest steht nur, dass es das erste Patent 1897 in Neshville gab.

Unser Testexemplar ist aber ohnedies einer etwas späteren Zeit nachempfunden: Auf einem roten Plastikkorpus mit der Aufschrift “Carnival Cotton Candy”, ausgestattet mit einem Griff und ein paar in Nature ziemlich gewollt/billig dreinblickenden Reifen als Zierde, befindet sich der Einschaltknopf, der den Motor im Gehäuse im Steckdosenbetrieb antreibt. Die kleine abnehmbare Metallplatte (Spindel) mit einer Vertiefung in der Mitte für den Zucker sitzt sinnigerweise über Heizstäben, die die süßen Kristalle zum Schmelzen bringen sollen. Die weiße Plastikschale schließlich fängt die Fäden auf. Sie ist allerdings ein wenig umständlich anzubringen.

Vor der eigentlichen Herstellung muss das Gerät etwa fünf Minuten lang warm laufen. Danach bedarf es einer kurzen Ruhephase, es gilt also nochmal manuell auszuschalten und sobald die Spindel für den Moment ausgedreht hat, nimmt man Zucker mit dem mitgelieferten Portionslöffel und schüttet ihn in die Vertiefung der Spindel. Waren es auch nur gefühlt 10 Körnchen zu viel Zucker fliegen bei der ersten Beschleunigung die weißen Kristalle durch den Raum. So oder so: sehr bald – etwa nach zwei-drei Minuten – zieht der Zucker die ersten feinen Fäden. Ab dann sollte man sehr geschickt mit beispielsweise einem Schaslikholzstäbchen hantieren: erst etwas senkrecht in der Auffangschale rühren, sobald die ersten Fäden drankleben, dann leicht horizontal, und das Holzstück immer um die eigene Achse drehen. Übung macht den Meister und irgendwann hat man ein – wenn auch im Vergleich mit Kirmesresultaten deutlich kleineres – Wölckchen am Stiel.


tacho-09Theoretisch kann man dem Zucker Lebensmittelfarben und Aromen zusetzen, so dass das Ergebnis auch unterschiedlich bunt und geschmacklich abwechslungsreicher wird. Sobald der Zucker in der Vertiefung ausgebraucht ist, wird die Maschine von Hand ausgeschaltet. Ist die Spindel zum Stillstand gekommen, kann die nächste Portion rein. Wie lange die Zuckerwatte-Maschiche durchgehend arbeitet ohne Abkühlung zwischendurch zu fordern, darüber informiert die einseitig bedruckte DIN A5 große englischsprachige Anleitung nicht. So hoffen wir, dass bei einem Kindergeburtstag, wenn sich eine lange Schlange Leckermäuler aufbaut, kein Murren aufkommt. Denn bei unseren Testreihen hatten wir den Eindruck, dass man nicht wesentlich mehr als vier Durchgänge nacheinander absolvieren kann ohne eine gewisse Pause. Das Saubermachen hinterher ist dafür sehr einfach: die Spindel kann bequem abgenommen werden (wir brauchen wohl nicht zu erwähnen, dass das Gerät dabei längst ausgeschaltet und die Spindel abgekühlt sein sollte), mit warmen Wasser abspülen, abtrocknen werden und das Selbe dann noch mit der Auffangschale.


Bestellvorgang/Handling: 3/5

Qualität/Originalität: 3/5

Preis/Leistung: 3/5

tetrislampeTetrislampe gesehen bei: www.getdigital.de

Es gibt bekanntlich unterschiedlichste Möglichkeiten für Licht in den eigenen vier Wänden zu sorgen. Vieles ist dabei seit jeher eher als Augenfang oder Deko gedacht – möglichst hohe Effizienz steht zumeist an zweiter Stelle. Spielspaß hingegen ist eine Rarität, auch die Kreativität wird bei künstliche Helligkeit versprechenden Gegenständen bisher nicht gefördert. Anders bei der offiziell lizensierten Tetrislampe. Mit sieben verschiedenfarbigen Bauteilen kann man – immer wieder aufs Neue – beliebige Kombinationen in Windeseile und ohne jedweden Aufwand sprichwörtlich zusammenstellen. Keine Schrauben, kein Kabelwust. Nur ein Block, praktischerweise der blaue flache Riegel wird mit einem hinter dem Kunstwerk versteckten Stromkabel verbunden. Je nachdem wie viele Tetristeile wie zum Einsatz kommen sorgt das Gebilde nicht nur für schönes, buntes sondern sogar für für viele Bedürfnisse ausreichendes Licht.

Alle ultraleichten Lampenteile bestehen aus je vier Quadraten von 4 X 4 X 4 cm Einzelfläche. Für das Licht selbst sorgen verbaute LEDs. Jedes Teil fängt zu leuchten an, sobald es mit einem bereits initiierten Block in Berührung kommt. Einzige Voraussetzung: die Steine sollten genau aufeinader liegen oder engst nebeneinander stehen, denn wenn der Kontakt zwischen den Bauteilen nicht zuverlässig gegeben ist kommt es zu leichtem Flackern oder gar aussetzendem Lichterschein.

tacho-14Geschmälert wird der Spaß nämlich nur dadurch, dass die Lichterkette der besonderen Art auch bei leichteren Erschütterungen – insbesondere wenn das Gebilde auf dem Boden platziert wurde und ein offenkundig mit Elefanten oder zumindest Trampeltieren verwandter hereinkommt – den Kontakt miteinander verlieren kann. Wir haben übrigens nicht getestet, wie oft ein Tetris-Stein herunterfallen muss, damit er nicht mehr geht. Zwei Stürze aus rund 50 Zentimeter richteten jedenfalls keinen erkennbaren Schaden an. Es gibt übrigens keine Möglichkeit einzelne Bausteine dazu zu besorgen. Wenn man Vergrößern will kauft man also ein weiteres Set für weitere 33 Euro und bastelt daraus eine größere Reihe. Sehenswert wäre das auf jeden Fall.

Bestellvorgang/Handling: 5/5

Qualität/Originalität: 4/5

Preis/Leistung: 5/5

solardeluxeSolarladegerät Deluxe gesehen bei: www.coolstuff.de


Handy, Tab, Navigator, Gameboy, iPod und Artverwandte – irgendwann sind die Akkus aller Unterwegsgeräte leer gelaufen. Dumm nur, wenn man keine Steckdose zur Verfügung hat, zum Beispiel weil man in der freien Natur umherwandert und dabei unbedingt permanent bei Facebook berichten “muss”, bei einem Musikfestival zwei-drei Tage wenn nicht schwitzend vor der Stage im spartanisch eingerichteten Zelt hockt, oder Urlaub in einem Land verbringt, das generell unter Stromversorgungsschwierigkeiten leidet. In diesen und anderen Fällen will das Solarladegerät Deluxe helfen. Au dem Produkt selbst prangt “Portable Power Charger Solar/USB” sowie der technische Hinweis AM-114 Lava Charger 4.000mAh. Das umweltschonende Laden von zu Unterhaltern des täglichen Lebens gewordenen Geräten ist nach einmaliger Investition von knapp 90 Euro quasi kostenfrei wenngleich ohne Nachtanken am Lichtquell der Natur natürlich nicht unmittelbar nacheinander mehrfachst möglich. Die Lebensdauer der hier verbauten Solarzellen sei unbegrenzt, es sei denn, man verkürzt sie künstlich, in dem man das Ladegerät beispielsweise im Regen stehen bzw. in dem Fall liegen lässt oder anderen Unsinn anstellt.

Zusammengelegt ähnelt das Ladegerät mit seinen Maßen von 92 X 152 X 20 mm einem größeren Smartphone, allerdings fast doppelt so dick, und wiegt etwa 200 Gramm. Mit seiner mattschwarzen Basisfarbe und orangenfarbenen Elementen sieht es recht schick aus. Der Lava Charger hat erfreulicherweise auch gleich zwei USB-Ausgänge, kann somit zwei Geräte gleichzeitig aufladen. Aufgeklappt präsentieren beide Innenseiten Solarzellen mit 3,5 Watt Leistung. An der Vorderseite des Aufladegeräts befindet sich ein kleiner Knopf. Drückt man darauf, wird die LED-Anzeige aktiviert, die den Ladezustand der Batterie zeigt von null bis hin zu vier Balken. Bei letzterer Anzeige ist der Solar Charger voll aufgetankt. Die Hersteller rechnen als ideale Aufladzeit bei einem sonnigen bzw. leicht bewölktem Tag von 9 – 15 Uhr, vorzugsweise “open air”, direkt unter den Sonnenstrahlen. Wir haben einen der letzten herrlichen Herbsttage für unseren ersten Testlauf erwischt und das Gerät in einer Wohnung auf einem Fensterbrett platziert. Obgleich also nicht die allerbesten Ladebedingungen: Etwa in acht Stunden war es mit den vier Balken soweit, wie nach den offiziellen Angaben des Herstellers. Das Manko an kleineren Solarhelferchen: Die Sonne zeigt sich im Norden zur Zeit zu wenig als dass der Charger wirklich als vollwertiger Stromersatz gewertet werden kann.

tacho-13Angehängt haben wir ein Handy mit einem fast komplett entleerten Akku (2500mAh). Die Ladezeit zu 100% war genauso lang, wie über die Steckdose. Nach 2,5 Balken Verbrauch auf dem Stromvermittler war das Handy voll betankte. Neben einem Micro-USB-Kabel werden acht verschiedene Adapter für unterschiedliche Hersteller wie Samsung, Sony, LG oder Nintendo mitgeliefert. i-Phone, iPad oder iPod funktionieren mit ihren eigenen Kabeln. Wenn man gerade keine Sonne zur Verfügung hat und das Ladegerät ggf. für eine Tour vorbereiten will, kann man das Ladegerät mit seinem integrierten USB-Kabel auch an einen laufenden Computer hängen, dann verkürzt sich seine Aufladezeit bei komplett entleertem Akku von acht auf vier Stunden.

Bestellvorgang/Handling: 5/5

Qualität/Originalität: 4/5
Preis/Leistung: 4/5



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