Ihre Trüffelschweine im fränkischen Einheitsbrei

Geschenketest: ChocQlate-Sets, individuelles Pesto und Cookies von knusperreich

chocqwww.chocqlate.com

Frische Schokolade selber machen – das klingt sicher besonders für all jene reizvoll die a) mehr als zwei linke Hände besitzen und b) sich ihre Geschmacksnerven nicht mit kommerzieller Milchschokolade versaut haben. Mit den hier feil gebotenen Sets kann jeder der über einen Herd, feuerfestes Geschirr und einen Kühlschrank sowie eine Prise Salz verfügt die dunkle Versuchung vollständig herstellen. Die Betreiber werben mit veganen und natursüßen Produkten – arbeiten also ohne rafinierten Zucker. “Unser” knapp 20 Euro teures Set beinhaltete 200 ml Agavensirup für die Süße, 200 g Kakaobutter, 100 g Kakaopulver, 90 g gemahlene Kakaobohnen (mit Vermerk naturbelassen, weil nicht geröstet, sondern unter 42 Grad getrocknet) sowie Bourbon Vanillepulver. Auch eine Anleitung war mit beigelegt. Zusätzlich besorgten wir uns im gleichen Webshop weil dies auch in den schwereren Sets NICHT enthalten ist eine Form für 6 Schokoladenquadrate (5×5 cm) für stolze 10 Euro sowie einen Beerenmix: Fruchtiges gibt es im Shop aktuell ab ca. 4 Euro pro 100 Gramm.


Von der Aufmachung des Sets und seines Inhalts waren wir positiv angetan – durch den Einsatz von speziellem Papier und dem Design denkt man spontan an naturbelassen. Dass der Form hingegen Plastiktütchen beigelegt waren, um die fertigen Tafeln zu verpacken irritierte neben dem recht teurer Preis als Erstes. Laut Rezeptheft lassen sich mit den Zutaten am besten Zartbitter mit ca. 80 Prozent Kakaoanteil oder Süße Schoko mit ca. 70 Prozent Kakaoanteil zaubern. Die Zubereitungsschritte sind in beiden Fällen gleich, nur die Menge der Zutaten unterscheiden sich. Zuerst gilt es die Kakaobutter in einem Wasserbad schmelzen zu lassen. Gleichzeitig sollen die restlichen Zutaten samt einer Prise Salz aufeinander geschichtet werden. Dazu dann die geschmolzene Kakaobutter geben und etwa eine Minute lang kräftig rühren, bis die Schokomasse glatt wird. Sehr wichtig: auf keinen Fall darf auch nur ein Tröpfchen Wasser mit der Kakaobutter in Berührung kommen, sonst war die ganze Mühe umsonst.

tacho-09Wahlweise können nun zum Beispiel Beeren angereichert werden – und dann alles zeitnah in die Form gegossen in den Kühlschrank, gerne ins Gefrierfach. Mit etwas Gegendrücken, wie bei Eiswürfeln, sollen die fertigen Schokotafeln dann nach einer gewissen Dauer herausnehmbar sein. Soweit die Theorie – bei uns war das leider nicht der Fall. Das fertige Produkt wollte sich partout nicht ohne Anwendung sanfter Gewalt aus der ohnedies pobelig und wenig zukunftsträchtig wirkenden Form lösen, so dass das Ergebnis optisch nicht annähernd zufriedenstellend ausfiel. Falls einem der kräftige Geschmack der Basisrezepturen nicht so zusagt, kann man eventuell mit mehr Agavensirup entgegenwirken und oder mit Mandelmousse eine weichere Note einbringen.

Bestellvorgang/Handling: 3/5

Geschmack/Originalität: 4/5


Preis/Leistung: 2/5

knusperreichwww.knusperreich.de

Süßes aus Onlinebäckereien ist mittlerweile keine Seltenheit mehr. Der Markt ist gut umkämpft. Dieser Shop hier bietet zwar wenig Individualität – kreieren lassen ist hier nicht – dafür wirbt er außer mit dem im Onlinesektor (der ja Postversand zur Folge hat) immer irgendwie schräg wirkenden Schlagwort “ofenfrisch” und einer “saftigen Konsistenz” speziell mit Bio-Zutaten. Aus insgesamt 15 verschiedenen, nominell ziemlich lecker aufgepeppten Keksen kann der Kunde von knusperreich aussuchen und muss darauf auf keine Mindestmenge pro Sorte achten. Wir stellten entsprechend Sechser-Dosen mit möglichst vielen verschiedenen Cookies zusammen – etwa Walnuss, Himmbeer-White-Choc, Macademia-Choc, Espresso Cookie, Schokotraum, Mango, Beeren-Cookie oder Matcha-Aprikose. Der Preis für ein halbes Dutzend betrug durchschnittlich rund 10,50 Euro. Selbst wenn man “ohne Konservierungsstoffe, in Handarbeit hergestellt, direkt nach dem Backen verpackt” als Pluspunkt vermutet kein geringer Preis. Vorgegebene Kombinationen sind kaum einen Euro billiger – was dann 3,73 €/100g entspricht.

tacho-04Vor allem aber: der Geschmack konnte uns bei keiner der von uns ausgesuchten Sorten aus dem Standartprogramm – noch mal zur Erinnerung: hier mixt nicht der Kunde Zutaten in Grundteige sondern wählt aus “bewährten” Kreationen nach Art des Hauses – ansatzweise überzeugen. Erst recht war von intensiven Duft oder saftiger Konsistenz bei bestem Willen nichts zu merken. Und: Ob der Form einiger eigentlich rund erwarteter Cookies, die aber teilweise tatsächlich wie dezent angeknabbert aussahen, rätselten wir lange. Sollte man das als Zeichen echter Handarbeit assoziieren. Sozusagen die Holzhammermethode, dass wenigstens an dieser versprochenen Produkteigenschaft kein Zweifel aufkommen kann, wenn schon der Geschmack nicht passt? Jeder der schon mal selbst Cookies gebacken hat, weiß eigentlich, dass die Teigteile nicht allzu lieblos auf das Backblech geklatscht werden sollten. Eventuell sollte sich das auch zu den Mitarbeitern im Knusperreich herumsprechen.

Bestellvorgang/Handling: 3/5

Geschmack/Originalität: 1 1/5

Preis/Leistung: 0/5

www.indigusto.depesto

Der letzte Shop den wir in dieser Runde vorstellen wirbt ebenfalls mit Produkten aus kontrolliertem biologischen Anbau. Im Mittelpunkt des Angebots: zahlreiche Gewürze und Pestos mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen – zum Beispiel ungarisch, das 100 g Glas für 3,99 Euro. Man kann hier aber nicht nur Fertigware bestellen, sondern Pestos auch nach eigenem Gusto kreieren lassen. Also auch was anderes als die primär bekannten italienischen Varianten grün oder rot ;-). Die Zusammenstellung funktioniert an sich einfach: Kräuter, Nüsse, Gewürze oder Käse aussuchen; dem Produkt einen Namen geben und in den virtuellen Einkaufskorb legen. Wenn man mehr als eine Sorte kreieren möchte, wirkt alles erst einmal ein wenig umständlich, da bei einer zweiten Mischung die Werte der ersten händisch gelöscht werden müssen. Hat man einen Geschenkgutschein einzulösen, sucht man weit und breit vergeblich nach einer impliziten Info, wieviel von der ursprünglich zur Verfügung stehenden Summe nun übrig geblieben ist. Ist man schließlich trotzdem irgendwann beim Versandbutton angekommen, irritieren weitere Ungenauigkeiten.

tacho-10Doch immerhin: Die Waren selbst wussten zu überzeugen. Weitgehend. All unsere drei Eigenmischungen (á 175 g Gläser) – 1. u.a. mit getrockneten Tomaten, Oliven, Walnüsse, Paperoni, Grana Padano, Chili und Knoblauch für 8,18 Euro; 2. mit Basilikum, Pinienkernen, Kapern, Pacorino, Knoblauch und Chili für 9,34 Euro; und 3. mit Basilikum, Kokosnuss, Orange, Parmigiano Reggiano und Pfeffer für 7,94 Euro – hatten nur einen einzigen Nachteil: sie schwommen regelrecht in Olivenöl. Ansonsten war am Grundgeschmack nichts auszusetzen. Im Gegenteil.

Bestellvorgang/Handling: 3/5

Geschmack/Originalität: 4/5

Preis/Leistung: 3/5



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