Ihre Trüffelschweine im fränkischen Einheitsbrei

Himbeerstückchen befreien

Auf dem Süßigkeitensektor heutzutage noch eine wirkliche Innovation zu bieten, ist angesichts der Fülle verschiedenster Leckereien nicht leicht. Der im nordschwäbischen Donauwörth ansässige Bonbon-Spezialst Edel versucht es mit gefriergetrockneten Fruchtstückchen, die er unter dem Namen “Inclusions” in ein süßes “Gefängnis” steckt.

Den Hang zum Süßen haben Menschen schon seit “Ewigkeiten”. Als die Herstellung von Zucker noch nicht bekannt war, fertigte man Leckereien aus Honig – mit beigemischten Früchten oder Blüten. Als dann etwa vor 1.400 Jahren in Persien aus Zuckerrohrsaft erstmals Zucker gewonnen wurde, dauerte es noch etwa 100 Jahre bis eine “Fanid Chsai” genannte Bonbonmasse aus Zucker und Fruchtsaft zunächst die Fürstenhäuser eroberte. Neben unter anderem dem Zahlensystem, Zahnbürsten, Brillen oder Krankenhäusern übernahm der Westen letztlich so auch diese Erfindung aus Arabien: Anfangs eingesetzt in Apotheken, um bittere Pflanzenextrakte genüsslicher zu machen; später – nach der Industrialisierung der Zuckerherstellung und der damit einhergehenden preiswerteren Produktionsmöglichkeiten – gab es süße Versuchungen dann nicht mehr nur für Gutbetuchte, sondern auch für das “gemeine” Volk.

Mittlerweile sind Bonbons aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken – vom (Achtung! Zahngesundheit!) Betthupferl bis hin zur Variante als Hustenstopper. Auch auf diesen Gebieten hat die über 150 Jahre alte Firma Edel mit ihren ca. 250 verschiedenen Sorten eine Menge im Portfolio, das generell fruchtige oder saure Bonbons, gefüllte, auch Waren speziell in Bioqualität sowie auch Zuckerfreies (zum Beispiel als Multi-Vitamin, Sanddorn + C oder Anis-Fenchel) kennt und in diversen Supermärkten, lose auf Volksfesten oder beim eigenen Werksverkauf im nordschwäbischen Donauwörth angeboten wird. Warum wir dem Unternehmen aber eine Folge unseres Geschmackstests widmen, hat einen anderen Grund. Und der ist tatsächlich eine kleine Weltneuheit: die sogenannte “Inclusions Himbeere” – eine harte Lutschmasse mit eingearbeiteten, gefriergetrockneten Himbeerstückchen.

Das heißt, den Früchten wird – ehe sie in eine Bonbonmasse eintauchen und schließlich darauf warten, vom Konsumenten irgendwnn wieder freigelutscht zu werden – zunächst fast vollständig ihr gesamtes Wasser entzogen. Die Trocknung findet dabei sehr schonend statt, Struktur und Vitamine bleiben weitestgehend erhalten. Laut Eigenwerbung bietet das Bonbon ein extravagantes Lutscherlebnis “live und in 3D”. Und in der Tat: sechs von acht ansonsten von ihren Süßigkeitenvorlieben recht unterschiedlich eingestellte Probanten, die diesen Kulturküche-Geschmackstest durchführten, waren absolut begeistert. Sowohl was die Optik, die Haptik und last but not least das Geschmackserlebnis angeht. Enttäuscht waren auch die übrigen Beiden nicht.

Die von der Form her kleinen Blättern nachempfundenen Bonbons kommen zartrosa mit roten “Krafttupferln” daher: Von Nahem betrachtet kann man ahnen, dass es wirklich echte Früchtestückchen sind, die da in der bissfesten süßen Masse feststecken. Beim Lutschen entwickelt sich dann ein sehr angenehmes Aroma von Himbeeren, das nach und nach immer intensiver wird, wenn man eben die gefriergetrockneten Früchte vollständig freilegt, indem diese im Zusammenspiel mit der beim Lutschen im Mund zwangsläufig aufkeimenden Feuchtigkeit in Berührung kommen. Das Resultat: ein wirklich authentisches Geschmackserlebnis.

Mit dem gleichen Prinzip wie bei den Himbeeren bietet Edel übrigens auch “Ingwer-Zitrone” an. Bei jener Inclusions-Sorte werden mit Zitronenöl verfeinerte Ingwerstückchen in die Bonbonmasse eingearbeitet. Und: auch im Bereich der klassischen Fruchtbonbons gibt es bei Edel seit der letzten Internationalen Süßwarenmesse (ISM) einen bei der Konkurrenz bisher eher selten angebotenen Neuzugang: die Donauwörther Naschereien mit intensivem Kiwi-Geschmack konnte die Mehrheit unserer Testerredaktion ebenfalls überzeugen: auch hier ist der unverfälschte, sehr fruchtige Geschmack zu loben.



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