Ihre Trüffelschweine im fränkischen Einheitsbrei

Sauerkraut als Kick beim Grillen?

Für einen klassischen Burger braucht man bekanntlich nicht viel: fertige oder selbst geformte Hackfleischpatties, Burgerbrötchen, gut schmelzender Käse, Dips (Ketchup, BBQ-Soße o.ä.), Salatblätter, Tomatenscheibchen und ggf. saure Gurkenstückchen. Das Ergebnis: Auf Dauer eher eintönig. Nun aber tritt das “BBQ Kraut by Mildessa” auf die Bühne und will Gegrilltem – neben Burgern passe das Produkt beispielsweise auch gut zu Steaks – einen würzigen Kick verleihen.

Der Neuzugang der Sauerkraut-/Rotkohl-Reihe von Mildessa wird in Beuteln mit 400 g Inhalt dargeboten. Ein Kritikpunkt: die Packung ist zwar “selbststehend” – das ist gut – aber leider nicht wiederverschließbar. Etwas unpraktisch: wenn man bei einer Grillrunde nicht gleich alles verbraucht, muss man sich zum Beispiel mit Verschluss-Clips behelfen, damit das Produkt im Kühlschrank nicht offen steht. Auf der appetitanregenden und auch in puncto Haptik überzeugenden Verpackung wirbt der Hersteller mit gleich drei vielversprechenden Schlagworten: „Würzig, Rauchig & Pikant“. Der ins Bild gerückte, mit dem BBQ-Kraut garnierte Burger ist umrandet mit stilisierten Feuerflammen, die auf eine gewisse Schärfe schließen lassen. Doch der Reihe nach.

Die primäre Wahrnehmung, wenn der Beutel aufgerissen wird, ist neben dem optisch überzeugenden Anblick von in rötlicher Soße mariniertem, fein gehobeltem Weißkohl, ein wirklich toller Duft milden Sauerkrauts vermischt mit einer sehr angenehmen, definitiv aber nicht aufdringlichen, eher leichten Rauchnote. Nach dem ersten Löffel Kraut pur stand fest: Die besagten Flammen auf der Packung sollen offenbar sinnbildlich eher für das Grillerlebnis als solches, denn für Schärfe stehen. Was dem überaus guten oder gar absolut (positiv) überraschenden Geschmackseindruck, den sieben von neun Probanden aus der kulturkueche.de-Runde letztlich attestierten, keinen Abbruch tat.

Wir haben das Kraut unter anderem für einen einfachen Hamburger ausprobiert – während Fleischpatties auf den Holzkohle-Grill brieten, wurden Burgerbrötchen leicht angeröstet, dann mit Mayonnaise und Senf bestrichen, mit Salatblättern sowie Tomatenscheiben garniert, Käse und Rindfleisch je nach gewünschtem Gargrad draufpackt und vor der zweiten Brötchenhälfte kam eine üppige Portion BBQ Kraut zum Zug. Der Geschmack vom Burger war dank des Mildessa-Toppings ein tatsächlich völlig neuer “Kick”. Das BBQ Kraut ist für sich so dermaßen saftig (erfreulicherweise ohne selbst nennenswert zu tropfen – Burgeressen ist ja ohnedies oft eine leicht suppige Angelegenheit), dass überhaupt keine Soße für die Patties mehr nötig wird.

Das einhellige Fazit unserer Redaktion – wer im vorletzten Absatz aufgepasst hat: zwei von unseren neun Testern verteilten nominell keine Spitzennoten, was aber einzig daran lag, dass sie sich unter anderem aufgrund des Packungsdesigns und vor allem aufgrund eigener Vorlieben mehr Schärfe erwartet beziehungsweise gewünscht hätten: die Würzung des für UVP 1,49 Euro feilgebotenen BBQ Krauts ist in sich absolut stimmig, sommerlich und somit eine wirklich innovative Ergänzung für alle, die Burger, Steaks, Würstchen oder Hotdogs mal ein wenig anders erleben möchten.

Übrigens: das neue Mildessa-Kraut kann sowohl kalt direkt aus dem Beutel oder warm (bei mittlerer Hitze ca. 3 Minuten erhitzen, in der Pfanne oder eben auf dem Grill, beispielsweise auf einer Plancha-Platte) gegessen werden. Das von Natur aus Gluten- und Lakosefreie Produkt enthält bei der Umsetzung durch das Esslinger Unternehmen erfreulicherweise auch keinerlei Konservierungsstoffe. Es besteht zur Hälfte aus Sauerkraut/Weißkohl und zur Hälfte aus einem Spezialmix für die Barbeque-Soße: Namentlich kommen dafür Wasser, Zucker, 2-fach konzentriertes Tomatenmark, Gemüseextrakte wie Lauch, Sellerie und Karotte, etwas Chili, Raucharoma, Speisegewürze, modifizierte Stärke, Antoxidationsmittel Ascorbinsäure und der kennzeichnungspflichtige Farbstoff E 150 d zum Einsatz. Dieser Ammonsulfifit-Zuckercouleur wird unter anderem auch gern in Cola, Süßwaren, Bier und Spirituosen sowie Frühstücksprodukten aus Getreide und Malzbrot eingesetzt, damit Lebensmittel eine “schöne” dunkelbraune bis schwarze Farbe bekommen. Verzehr in hohen Dosen gilt allerdings unter anderem als Feind für die Anzahl weißer Blutkörperchen im eigenen Körper.

Mildessa ist, wie auch auf der BBQ-Kraut-Packung prominent vermerkt wird, eine Marke von Hengstenberg. Dieses Unternehmen ist bei vielen auch für seine Essige beliebt, bietet es doch auch in diesem Segment regelmäßig – zumindest wenn man an Kunden im konventionellen Supermarkt und nicht an Delikatessladenklientel denkt – recht Innovatives. 2017 wird es zwar leider keine neue “Sorte des Jahres” geben, aber aktuell sind im Handel neben den Hengstenberg-Klassikern seit einigen Monaten insgesamt gleich drei Produkte verfügbar, die nicht nur spannend klingen, sondern allesamt die Erwartungen unserer Testerrunde voll und ganz erfüllten: „Essig mit dem fruchtigen Aroma der Mango“ für UVP 1,49 Euro und „Balsamico Bianco Erdbeere“ für UVP 1,99 Euro, werden dabei in 250 ml-, der „Minze Essig“ in 500 ml-Flaschen (UVP 2,69 Euro) angeboten. Der Mango-Essig duftet leicht und angenehm nach der namensgebenden tropischen Frucht, bringt 5% Säure mit und passt unseres Erachtens hervorragend zu sommerlichen Salaten, aber auch zur Verarbeitung in fruchtigen Chutneys. Der Balsamico Bianco mit Erdbeere indes ist eine kräftige Mischung aus Weißweinessig, Trauben- und Erdbeersaftkonzentrat, abgerundet mit einer feinen Basilikumnote. Rötlich schimmernd, mit 5,4% Säure, verleiht dieser tatsächlich beispielsweise diversen Obstsalaten und Frischkäse- aber auch Spargelgerichten eine aparte Note. Einen Hauch Orient versprüht schließlich der fein-herbe „Essig Minze“ (5% Säure): mit leichtem, natürlichem Krausminzen-Aroma verfeinert passt er nicht nur als Dressing zu Salaten, sondern macht sich auch gut bei Gerichten mit Bulgur oder Couscous.



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