Ihre Trüffelschweine im fränkischen Einheitsbrei

Hinterfragt: Medienkampagne gegen Kino-Doku “Vaxxed”

Vorweg: anders als offenbar viele Kollegen, die aktuell in der einen oder anderen Form rund um geplante oder bereits stattgefundene Aufführungen bis hin zu – für eine Demokratie unseres Erachtens generell wenig schmeichelhaft – Absetzungen oder Ähnliches zu einer hierzulande offiziell erst am 06. April gestarteten Kino-Doku berichten, haben wir “Vaxxed” gesehen. Und wir kommen – um dies an der Stelle kurz vorwegzunehmen – zum einen zu dem Schluss, dass sich der Streifen keineswegs gegen Impfen an sich ausspricht (im Mittelpunkt steht vielmehr einzig eine ganz spezielle Dreifachimpfung), zum anderen, dass der Film, zu dem man, wenn man bei Google (wohlgemerkt in der Standarttreffersuche, nicht im Newsbereich) sucht, zuvörderst holzhammegleich zahlreiche tendenziöse Warnhinweise aufgetischt bekommt, lediglich in seinen letzten Minuten ein wenig Agitation betreibt. Nämlich aufruft, gegen eben jene Dreifachimpfung, für die es bezeichnenderweise ohnedies unbestreitbar Alternativen gibt, ohne auf Impfungen an sich verzichten zu “müssen”, vorzugehen, und ebenso nachdrücklich anregt, seine Stimme auch gegen (durch die Doku) nun vermeintlich belegte Vertuschungsvorgänge in mehr oder minder staatlichen Behörden zu erheben. Ansonsten ist “Vaxxed” formal schon mal weitaus journalistischer, weitaus ausgewogener (sic!) als zahllose Dokus, insbesondere zu Umwelt- und Ernährungsthemen, die hierzulande teils auch mit Förderung öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten, die letzten zehn Jahre den Weg in die Kinos fanden. Wohl gemerkt: wir beschäftigten uns für dieses erste Urteil zunächst nur mit dem sichtbaren Ergebnis auf der Leinwand, nicht mit den Biographien der Filmemacher oder der Personen, die in dem Streifen zu Wort kommen. Und da ist eben zuvörderst zu sagen: es geht unter anderem um Berichte von vermeintlich wegen einer bestimmten Impfart betroffenen Eltern und auch um Gespräche zwischen dem Biologen Brian Hooker und dem Wissenschaftler Dr. William Thompson, der einst selbst eine Studie über den Zusammenhang zwischen bestimmten Impfstoffen und Autismus durchführte und dann nach eigener Aussage erkennen musste, wie die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC unliebsame, aber wissenschaftlich verifizierte Ergebnisse unterdrückt, die tatsächlich extrem besorgniserregend scheinen. Doch hierzulande treten nun Hetzkampagnen, Drohungen, Rufmord und Shitstorms auf den Plan.

Auffallend lautes Medienecho für einen Film mit vergleichsweise wenig Kopien

“Anti-Impf-Film” nennen es etwa Zeitungen der HAZ-Gruppe (Hannoversche Allgemeine Zeitung) wie die Schaumburger Nachrichten und behaupten gleich im Teaser, dass in dem Streifen der eigentlich ausschließlich vor einer bestimmten Impfkombi in einem bestimmten Altersabschnitt (Masern, Mumps und Röteln Dreifachimpfung) warnt, “wissenschaftlich widerlegte Thesen zum Zusammenhang zwischen Kinderimpfungen und Autismus verbreitet” würden, ohne diese vorgebliche Widerlegung beweisen zu können. Das weiß die Redaktion wohl auch und relativiert sich dann im Artikel selbst, denn plötzlich heißt es, zwar markig klingend, dass sich eine Studie, die im Film tatsächlich einen Dreh- und Angelpunkt bildet, “als zutiefst unseriös erwies”-en hätte, was aber eben noch lange nicht mit “widerlegt” gleichzusetzen ist. Ganz abgesehen davon, dass es in der Wissenschaft auch bei zahllosen anderen Themen zu ein und der selben Frage unterschiedlichste Thesen gibt, ohne dass die eine Seite per se als Lügner stigmatisiert wird. Wer sich die Mühe macht, “Vaxxed” unvoreingenommen zu betrachten, muss nämlich vielmehr erkennen, dass der Film ziemlich handfeste Belege anführt, dass einerseits bestimmte Studien in den USA verzögert bzw. nachgebessert wurden und andererseits Erkenntnisse aus Großbritannien – die wir als Laien natürlich nicht beurteilen können – in einer ebenfalls sehr auffallenden Reflexabwehr durch große US-Medien ohne Gegenbeweise mit Schimpf und Schande übergossen wurden. Wenn man nun weiß, welchen zumindest indirekten Einfluss große Konzerne wie Pharmafirmen allein bei werbetreibenden Medien unbestreitbar haben, darf sich gerne fragen, ob kritische Beiträge wie “Vaxxed” rund um die “der MMR vaccine study” wirklich zufällig bzw. aus journalistischer Überzeugung oder – was ja der Idealfall wäre – nach sorgfältiger Recherche angegriffen wird, oder ob Lobbyisten wie im EU-Parlament oder im deutschen Bundestag zumindest sanft Einfluss nehmen. Wenn wir allein lesen, dass hierzulande Kinomitarbeiter von Impfbefürwortern – die den Streifen mutmaßlich nicht einmal gesehen haben – regelrecht Angst haben müssen, tätlich angegriffen zu werden, und Tageszeitungen dann statt das betreffende Kino zu bestärken, nicht einzuknicken/alles dafür zu tun, dass ein – wir wiederholen uns da gerne, keinesfalls generell Stimmung gegen Impfungen machende – Film gezeigt und danach dann darüber diskutiert werden kann, haben wir leider kaum noch Fragen. Sondern nur noch Kopfschütteln. Btw: wir raten generell gern wachsam zu sein, wenn Kollegen allzu laut mit dem Wort “umstritten” um sich werfen. Und werden hellhörig, wenn in einer Zeit, in der einerseits insbesondere in skandinavischen Ländern das Implementieren von Genchips zur neuen Normalität erklärt wird (peinlichste Geschichten hierzu gibt es immer wieder auch im deutschen GEZ-Funk, etwa durch Claus Kleber), andererseits Menschen, die ggf. auch nur irrational Angst vor (zu vielen) Impfungen für ihre Kinder haben, wahlweise als “Aluhutträger” o.ä. auf’s Übelste verspottet werden oder mit Schulverbot “bedroht” werden.

Aber der “Bericht” bei sn-online.de, die sich nicht entblöden, einen Infektiologen (von dem sie offenbar einfach seine “zutiefst unseriös”-Einschätzung im “Bericht” übernommen haben und als eigene Recherche erscheinen lassen) zu fragen, ob eine Masernimpfung Autismus auslösen könne, obgleich es im Film, eben nicht um eine reine/normale Masernimpfung geht, ist wie ein Joe Leydon-Text bei “Variety” (“Paranoia schürende Dokumentation”) oder der offizielle Eintrag bei dem sonst mit Kritik sehr sparsamen “Portal” kino.de (“Sehr umstrittener Dokumentarfilm”) nur die Spitze des Eisbergs einer sehr massiven Medienkampagne gegen diese Kinoproduktion, die dem Vernehmen nach vergeblich bemüht war, auch Interviews von in der Doku “angegriffenen” Mitarbeitern des CDC (Center of Desease Control) zu erhalten, und somit einem etwaigen Gegenpart zum breit vorkommenden Insider Dr. Thompson zu schaffen, der im Film das Prädikat “Whistleblower” erhält und in sich schlüssig wirkende Untersuchungen zu ohnedies strittigen Mehrfachimpfungen präsentiert, die gar zu dem Schluss kommen, dass vor allem “Schwarze” im Alter von ca. 15 Monaten besonders gefährdet für die vermuteten, gravierenden Nebenwirkungen seien.

Als besonders peinlich ist eine Bewertung bei “Filmdienst” (ein von einer hundertprozentigen Tochter der “KNA” – katholische Nachrichtenagentur – herausgegebenes Magazin, das gemeinsam mit dem evangelischen Pendant “epd Film” hierzulande tatsächlich für die gesamte Film-Branche als besonders einflussreich gelten muss und natürlich zu jedweden gesellschaftlich-sozialen, erst recht religiösen Fragen eine ganz eigene Agenda verfolgt) einzustufen, die bar jeder Grundlage von “reißerisch aufgemacht” schwadroniert: Zwar ist es Fakt, dass bei “Vaxxed” der englische Gastroenterologe Andrew Wakefield Regie führte, der 1998 in der medizinischen Zeitschrift „Lancet“ eine Studie dazu veröffentlicht hatte. Und auch das stimmt: Mit produziert hat eine Familie, die sich selber als Opfer besagter Impfkombi sieht – insofern könnte man den direkt und indirekt tätigen Filmemachern natürlich eine gewisse Distanzlosigkeit zum Thema vorwerfen. Auch kann man nicht ausschließen, dass Wakefield seinerzeit tatsächlich einige Einzelfälle aufgebasucht und oder aus wirtschaftlichem oder Ego-Antrieb handelt. Indizien finden sich im Film selbst aber weder für das eine noch das andere. Ohnedies: warum gibt es keine entsprechenden Vorwürfe, wenn erklärte Veganer hierzulande einen faktengestützten und darüber hinaus auch emotionalen Film gegen Fleischkonsum ins Kino bringen? Denn bewegen wollen diese offenkundig ebenso wie Wakefield (zu dem nicht annäherend klar ist, warum er in GB seine Approbation verloren hat, das Thema Drittmittel von direkt oder indirekt Betroffenen und oder Lobbygruppen interessiert bei Forschungen auch in Deutschland ja gemeinhin eher selten) und Co. Wenn auch in letzter Zeit immer besser verpackt, ist der Großteil der Hollywood-“Traumfabrik”-Produktionen im Grunde nichts als Agitprop – vor  Jahrzehnten war mal mehr mal weniger subtil in zahllosen Produktionen ein “böser Russe” mit von der Partie, heute werden andere politische Themen hier und da eingeflochten…

Zurück zum katholischen, aber gemeinhin als neutral wahrgenommenen “Fachblatt” Filmdienst. Immerhin schafft es deren Autor Reinhard Lüke, der in seinem Text einen im Film minutiös nachgezeichneten Vertuschungsfall der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde als “vermeintlichen Skandal” verharmlost statt diesen zu bewerten, zu erwähnen “dass Robert De Niro, selbst Vater eines autistischen Sohnes, als Kurator des Tribeca Film Festivals die Produktion 2016 erst ins Programm genommen, dann aber nach massiven Protesten wieder ausgeladen hatte”. Aber natürlich nicht um der verichtenden Kritik zuvor noch ein “Es bleibt allerdings ein Rätsel, wie dieser Propagandastreifen überhaupt jemals in die engere Auswahl gelangen konnte” draufzusetzen. Das Rätsel, das es zu lösen gilt, ist vielmehr, warum selbst ein de Niro, der auch gesagt hat “Alles worum ich bitte ist, dass dieser Film gesehen wird.  Menschen können dann selber urteilen, aber Sie müssen ihn sehen!” letztlich einknickte, wie mancher Kinobetreiber hierzulande*.

Der große amerikanische Filmdarsteller bekam übrigens bereits vor einigen Monaten im – oft im Gleichklang mit seiner Schwester “Die Zeit” (war da nicht mal was mit Zensur im ZDF wegen Aufdeckung von Atlantikbrücke-Abhängigkeiten? ;-)) blökenden – “Tagesspiegel” sein Fett ab – Leni Riefenstahl-Vergleiche inklusive.  Statt auch wenigstens nur den Gedanken zuzulassen, dass bestimmte Unternehmen und Kreise ein nachdrückliches Interesse daran haben könnten, besorgniserregende, plausible Studien zu utnerdrücken, zu verfälschen und oder zu diskreditieren, die zur Folge hätten, dass höheren Kosten durch Einzelimpfungen entstehen – schließlich waren ja bereits, als erste Autismus-Fälle wegen MMR ruchbar wurden – zur Jahrtausendwende – in England, die Zahlen jener Menschen, die eine Mehrfachimpfung auf diesem Feld für ihre Kinder erdulden, signifikant zurückgegangen. Besonders pikant: über die öffentlichen Versorgungssysteme in den Staaten, und wohl auch in weiten Teilen Großbritanniens, haben die Eltern gar keine Wahl auf Einzelimpfungen zurückzugreifen. Diese werden ihnen gar nicht offeriert.

Und was passiert in Deutschland, irgendwelche Lokalseiten wie “Rosenheim24” fühlen sich plötzlich berufen, mit einem sog. Fakten-Check (zu dem offebar Twitter-Kommentare von Sozial- und Organisationspädagogik-Studentinnen – bekanntlich^^ die heimliche Fachdisziplin für medizinische Forschungen – zählen, die lapidar das Wort Verschwörungstheorie in den Raum werfen) ebenfalls Stimmung gegen einen vollends authentisch und ehrlich besorgt wirkenden Film zu machen und nebenbei wie andere “Journalisten” vor ihm zu tun, als sei “Vaxxed” ein Machwerk, das sich generell gegen Impfungen ausspreche, was eben – wir wiederholen uns nochmals! – nicht im Ansatz der Fall ist (wie gesagt: wir beurteilen, was auf der Leinwand zu sehen und zu hören ist): immerhin erwähnt das “Portal”, dass mit einer der im Film thematsierten Studien gar nachgewiesen worden sei, “dass unter afroamerikanischen Jungen in den U.S.A. nach der Impfung deutlich häufiger Autismus diagnostiziert wurde”, ohne dann – völlig widersinnig – diese und andere Punkte zu diskreditiern, weil der “Insider” nicht im Vorfeld darauf aufmerksam gemacht worden sei, dass die Filmemacher (sie thematisieren ihre Beweggründe dazu authentisch in ihrer Doku und zumindest jeder investigative Journalist kann es sehr gut nachvollziehen!) seine mails und Anrufen, die er als Whistleblower absetzte, letztlich mit seinem Namen verwenden würden, nachdem er bereits juristisch unabgreifbar wegen etwaigem Geheimnisverrat sein sollte. Und die Krönung: keinerlei Anzeichen eines auch nur angedachten Fakten-Checks, stattdessen Negativäußerungen vom Bundesgesundheitsministerium, aber nicht etwa, dass etwas widerlegt wäre, sondern nur, dass dort keine Zusammenhänge zwischen Dreifachimpfung und Autismus bekannt seien. Dann wird erneut schnell das Thema verkehrt und so getan, als ob sich der Film gegen Masernimpfungen ausspreche und damit eine große Gefahr heraufbeschwöre.

“bento”, das möchtegerncoole “Kind” vom Spiegel (früher waren Ableger von Gazetten wenigstens noch für jedermann direkt erkennbar – Sternchen heißt das Kind vom…), das mit seinem penetranten Gebrauch der Worte “wir” und “uns” unserer Einschätzung nach nicht “nur” Anbiederung betreibt, sondern insgeheim generell eine Art Meinungspolizei werden möchte, hat – wir warten übrigens auch noch auf einen Bericht von “Vice”-Deutschland, die sind doch sonst auch gerne am Start – auch schon ver-urteilt: da als eines von zwölf besonders fett gesetzten Worten schon “Quatsch” steht, ist klar, worauf der Rest hinausläuft. Oder doch nicht ganz – denn Sätze wie “Wissenschaft, Gesundheitsbehörden und die meisten Ärzte sind sich allerdings einig sind: Es gibt keine Verbindung zwischen Impfungen und Autismus!” spotten jedweder akzeptablen Form von Journalismus, da sie suggerieren, dass sich (wirklich unabhängige) Wissenschaftler weltweit über dieses oder jenes einig wären, oder medizinische Studien an sich etwas von der Allgemeingültigkeit des kleinen “1×1” hätten. Der Rest ist so perfide mit drei-vier Zufallsinterviews mit auf den Film neugierigen, arglosen Besuchern der Premiere in Essen geschmückt, dass fast nur noch eine Fotomontage mit einem Aluhut die Leute verächtlicher machen könnte. Nebenbei wird zwar immerhin der Begriff Thiomersal (eine Quecksilberverbindung!) erwähnt, aber diese natürlich letztlich als grundsätzlich völlig harmlos tituliert. Und wer jetzt noch wagt, etwas anderes zu sagen, wird wahrscheinlich mit wenigstens fünf Sibylle-Berg-Kolumnen in Hörbuchfassung zur Bekehrung verleitet… Okay wir schweifen ab, aber in Anbetracht der so derart durchsichtigen, mal unbeholfenen, mal betont oberflächlichen Kampagnen, bleibt manchmal nur mehr Galgenhumor. Schließlich schreibt bento ernsthaft unter der Zwischenüberscschrift “So manipulativ geht der Film vor” wortwörtlich “Die Filmemacher stellen gleich mehrere Eltern und ihre autistischen Kinder vor. Sie alle behaupten, ihre Kinder wären völlig gesund gewesen – bis zur MMR-Impfung. Wirkliche Beweise dafür liefert der Film allerdings nicht.”

Nun kann man streiten ob zahlreiche Vorher-Nachher-Bewegtbilder eine objektive Beweiskraft haben: diese von mehreren sich betroffen fühlenden Familien im Kino vorgeführt zu bekommen, ist aber so oder so für empathische Menschen zumindest extrem aufrüttelnd. Viele der gezeigten Eltern haben nämlich – heutzutage natürlich Standart – von ihren Sprösslingen in jedem Lebensmonat Videos gedreht. Dort zu sehen: agile, offenherzige, teils schon mehrere unterschiedliche, reale Worte plappernde Kleinkinder. Und dann gibt es irgendwann nur noch die Situation, dass die gleichen Nachkommen apathisch wirken, nur noch auf Schritt und Tritt hinplumpsen, als stünden sie unter Alkohol- und Drogeneinfluss, ihren Kopf immer wieder gegen die Wand schlagen und viele grausige Bilder mehr. Da kann man an manipulierte Bilder, oder “Zufälle” glauben oder anfangen zu versuchen, Menschen und ihre Sorgen ernst zu nehmen. Aber natürlich nicht beim Spiegel und seinen Ablegern. Nicht, dass es einem am Ende (ohnedies vielleicht nicht zum ersten Mal, wer weiß, was hinter den Kulissen alles “geregelt” wird) geht, wie mal den Stern-Kollegen, als „Ratiopharm“ seine Muskeln spielen ließ, und da wurde dereinst nur aufgedeckt, dass Ärzte von Vertretern des Generikaherstellers mit üppigen Geschenken bedacht worden waren. Nein, in Hamburg schreibt man lieber von “tragischen Einzelschicksalen”.

Liebe Leser, lassen Sie sich nicht einreden, dass es ein “Anti-Impf-Film” ist, womit für den Mainstream  jede Diskussion im Keim erstickt werden kann: wir von der kulturkueche sind weder Biologen noch Mediziner, können weder die einen noch die anderen wissenscahftlichen Studien sinnvoll interpretieren. Aber als Kulturspezialisten, die seit Jahren immer mal wieder mitbekommen, wie – keineswegs nur im Dokubereich – hierzulande kontroverse Themen gänzlich verteufelt werden, und “Vaxxed” aus Laienperspektive eben tatsächlich vollständig und aufmerksam gesehen haben und um viele gruselige Beispiele des ungebremsten Einflusses der Pharmaindustrie in den USA und Deutschland wissen, können nur sagen: bilden Sie sich eine eigene Meinung, wenn man Ihnen in Ihrem Ort oder in Ihrer Nähe überhaupt die Chance dazu geben sollte und nicht noch mehr Kinobetreiber warum auch immer einknicken.

 

  • PS: Verantwortliche im Raschplatz-Kino in Hannover, u.a. wenn Ihr zufällig mitlest: berichtet uns gerne in der Kommentarfunktion hier, welche mehr oder weniger dezenten Hinweise Ihr ggf. auch von städtischen Vertretern, Politikern (in Essen fuhr ja eine Vertreterin der FDP-Landtagsfraktion, Susanne Schneider, eine Kampagne gegen jedwede Aufführungen), Lobbygruppen etc. erhalten habt, damit Ihr letztlich einknickt? Oder einer der anderen (mindestens) elf Kinobetreiber (zählen folgende dazu?  was wurde aus der unseren Informationen zufolge geplanten Aufführung im Traumpalast Biberach oder – gleich zwei Mal Kinopolis?- im „Mathäser Filmpalast“ und dem Rosenheimer „Citydome“ oder – hallo Bamberg! – war der Film nicht auch im “Lichtspiel”-Kino geplant, Gerrit Zachrich und Diana Linz?) , die die geplante Premiere auf Grund irgendwelcher Einschüchterungen abgesagt hätten. Und auch “Babylon: Mitte” in Berlin, Thalia Arthouse-Kino in Potsdam, die “Kinos am Tegernsee” (Rottach-Egern ), die KinoPassage in Erlenbach, Kino im Dach Dresden und ggf. andere, die den Film (den hierzulande übrigens die bisher eher für Naturdokus bekannte Busch Media Group verleiht), aktuell zeigen oder dem vernehmen noch zeigen wollen, wie “Luxor Filmpalast” in Walldorf, Bensheim und Nidderau, dem Essener Filmkunsttheater Glückauf oder Neues Rottmann in München und das Stuttgarter Kino „Delphi Arthaus“, sind herzlich eingeladen, etwaige Repressionen und oder Bedrohungen oder idealerweise auch gute Erfahrungen darzulegen. Ebenso beispielsweise Christian Frank, Produktmanager bei Busch Media….



8 thoughts on “Hinterfragt: Medienkampagne gegen Kino-Doku “Vaxxed””

  • Diese Textwüste hättet Ihr Euch sparen können, hättet Ihr nicht nur die Suchergebnisse auf Seite 1 der deutschen Google-Seite ausgewertet, sondern mal etwas weiter recherchiert. Der von Wakefield verursachte Skandal von 1998 ist gut dokumentiert und z.B. auf http://briandeer.com/mmr-lancet.htm nachzulesen, inkl. der Channel 4-Dokumentation von 2004 (Tipp: beide Filme direkt hintereinander sehen). Außerdem ist die in Vaxxed behandelte Geschichte mittlerweile drei Jahre alt, die Telefonmitschnitte scheinbar sogar als Buch veröffentlicht und einige Blogs haben sich schon damals kritisch mit den Fakten auseinandergesetzt. https://sciencebasedmedicine.org/the-cdc-whistleblower-saga-updates-backlash-and-i-hope-a-wrap-up/ oder https://leftbrainrightbrain.co.uk/2016/01/04/the-william-thompson-documents-theres-no-whistle-to-blow/ Letzterer Autor hat auch die kompletten Dokumente des “Whistleblowers” zugänglich gemacht. Wenn dies wirklich ein Vertuschungsskandal wäre und keine Propaganda, seid Ihr nicht der Meinung, dass zumindest der Recherchenverbund von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung sich vor drei Jahren schon begierig darauf gestürzt hätte? *lach*

    • herr schöneborn, zunächst fragen wir uns, warum sie eine sammlung und bewertung von presseveröffentlichungen als “textwüste” verunglimpfen. gehören sie zu der tl:dr-fraktion. na dann ggf. viel spass beim sich fortbilden in tweet-länge. so dies aber “nur” eine sinnfreie spitze zur begrüßung sein sollte: dann dürfen wir ihnen versichern, dass wir uns – auch wenn sie warum auch immer anderes annehmen – mit herrn wakefield und insb. den vorwürfen, dass er dereinst gelder von anwälten von autismus betroffener fanmilien erhalten hatte und vergleichsweise wenig fälle für eine studie betrachtet habe, auseinandergesetzt haben. sie finden dazu im übrigen auch hinweise in unserem artikel, den sie offenbar bestenfalls oberflächlich gelesen haben? dass ansonsten die im film schwerpunktmäßig behandelte “geschichte” schon drei jahre alt sei, meint wohl primär die gespräche mit dem whistleblower? haben sie den film gesehen? oder nur inhaltsangaben hier oder dort gelesen?

      und: interessieren sie sich zufällig auch für den nsu-komplex (zschäpe, ceska-morde) – ja? sagt ihnen dann auch der name temme etwas? dann bilden sie sich mal fort, (oder wissen sie es gar?) was zwei der drei von ihnen genannten deutschen medien, zu dessen verteidigung inszeniert haben. oder schauen sie, was das dritte genannte medium erst vor wenigen wochen in sachen selbstzensur rund um eine geert wilders reportage abgeliefert hat. #trauschauwem

      da sie aber u.a. auch das wort propaganda verwenden? für wen oder was ist denn ihres erachtens der film vaxxed unter umständen ein propaganda-instrument? statt “lach” und sinnfreie zeilen, wie die mit google-seite-eins-anwürfen zu tippen, wäre es wohl angezeigt gewesen, dass sie irgendetwas substantielles zu unserem text sagen, oder etwas eigenes beitragen, was darüber hinausweist. aber pure verlinkungen auf noch dazu nicht mal deutschsprachige quellen, machen unseres erachtens in diesem kommentarrahmen leider wenig sinn. kommen sie uns bitte nicht noch irgendwann mit “wikipedia”-artikeln 😉

      • Zunächst mal: ich habe den Film gesehen, ebenso den Kurzfilm von Wakefield (in dem er die Vorgänge im CNC als schlimmer als Hitler, Stalin und Pol Pot bezeichnet), dazu auch die o.g. Channel 4-Dokumentation. Dazu habe ich mich intensiv mit den verschiedenen Beiträgen zum Thema beschäftigt, die in den letzten drei Jahren erschienen sind und teilweise sehr detailliert die statistischen Fakten behandeln.

        Hättet Ihr die englischsprachigen Berichte gelesen (warum macht das bitte keinen Sinn?), wäre Euch schnell aufgefallen, das die deutschen Artikel im wesentlichen Zusammenfassungen der Artikel der englischen und amerikanischen Presse (inklusive des Leni Riefenstahl-Vergleichs) sind. Im Freitag findet man eine Übersetzung einer Filmrezension aus dem Guardian vom letzten Jahr.

        Hättet Ihr die Artikel von Brian Deer gelesen, hättet Ihr Euch wohl kaum zu der Bemerkung versteigen können, dass nicht annähernd klar sei, warum Wakefield Berufsverbot in England hat. Es hat hierzu eine mehrjährige Untersuchung gegeben und der Fall gilt weithin als der größte medizinische Skandal der letzten Jahrzehnte.

        Ich jedenfalls kann den Film nicht schauen, ohne das im Hinterkopf zu haben – hätte es die CDC-Studie (und die vermeintliche Vertuschung) doch nicht gegeben, wenn Wakefield seine Studie nicht gefälscht hätte. Da kommt es ihm natürlich gerade recht, wenn ein CDC-Mitarbeiter über seine persönlichen Bedenken am Telefon plaudert.

        Das Problem mit Propaganda ist nicht das, was sie erzählt, sondern das, was sie verschweigt. Und hier hat VAXXED Probleme auf allen Ebenen.
        – Es wird nicht diskutiert, dass gemeinhin angenommen wird, dass Autismus genetisch bedingt ist.
        – Es wird nicht diskutiert, wie viele Studien es in den letzten 10 Jahren gegeben hat, die keinen Zusammenhang zwischen MMR und Autismus belegen können.
        – Es wird nicht diskutiert, ob das Auftreten von Autismus nur einen zufälligen zeitlichen Zusammenhang aber keine kausale Ursache mit den Impfungen hat.
        – Die Anzahl der per “Videobeweis” ermittelten Fälle im Verhältnis zur Gesamtzahl der Impfungen ist völlig unklar.
        – Die Telefonmitschnitte sind stark bearbeitet, teilweise mitten im Satz.
        – Es gibt eine Analyse von Matt Carey, der aufgrund der originalen statistischen Daten zu dem Schluss kommt, dass die Daten völlig unauffällig sind und es eher ein Problem der richtigen Analyse-Methode ist.

        Das alles hätte eine gute Dokumentation behandeln können, das Für und Wider abwägen, aber davon ist im Film kaum was zu finden.

        Ebenso darf man sich fragen, ob sich Wakefield vielleicht auch deswegen für Einzelimpfstoffe ausspricht, weil er seit Mitte der 90er ein Patent auf einen solchen hält. (Irgendwas mit Antikörpern aus weißen Mäusen, die in schwangeren Ziegen gezüchtet werden, habe es nicht ganz verstanden). Als “Regisseur” sollte er doch dem Verdacht entgegen treten können, dass er nur deswegen gegen Big Pharma wettert, weil er selber gerne Little Big Pharma wäre. Von alledem – nix.

        Dass sich die Mehrheit der Berichterstattung ablehnend zu dem Film äußert, überrascht zumindest mich nicht mehr. Da jetzt überall Verschwörung und Einflussnahme zu vermuten, ist in meinen Augen einfach nur albern.

        Was mir ganz besonders übel aufstößt, ist die Darstellung der autistischen Kinder. Das ist ein Film über die Mütter von Autisten, wo die Kinder nur als zombiehafte Wesen dargestellt werden, ohne jegliche Würde, um den maximalen emotionalen Effekt beim Zuschauer zu erreichen.

        Es bleibt abschließend festzuhalten, dass die Proteste gegen den Film weltweit stattfinden. Dass er (nur) in Deutschland einen halbwegs respektablen Verleih gefunden hat, ist eher eine kuriose Randerscheinung, die viel über den geistigen Zustand aussagt, in dem sich dieses Land offenbar befindet.

        • gemessen daran, dass sie doch keine “textwüsten” mögen, schreiben sie selber ziemlich lange “kommentare” – dass sie dabei auf manche rückfragen von uns zu ihrer ersten rückmeldung überhaupt nicht eingehen, finden wir bezeichnend. gewichtiger ist aber, dass sie von einem “kurzfilm” reden, ohne zu erläutern was sie damit meinen. uns sind die genannten aussagen mit bezugnahme auf gewisse personen der zeitgeschichte nicht bekannt . aber vielleicht ist das – wenn die namen denn überhaupt gefallen sind – eines der vielen übersetzungsprobleme. (auch das mit dem patent wäre ihrerseits in der skizzierten form zu belegen) – ansonsten lassen wir uns mit ihnen auf keinen wettstreit der zitate und unterschiedlichen rechtsauffassungen bzw. interpretationen und oder gegenseitigen schuldzuweisungen zu einem “berufsverbot” ein, sondern fragen sie *abschliessend*, wann und wo und in welcher sprachfassung wollen sie den film vor ihrem ersten kommentar bei uns gesehen haben?

          wir haben da nämlich noch immer gewisse zweifel. zumal sie hier wiederholt an unserem text zum film vorbei argumentieren. schließlich haben wir ja nicht zufällig geschrieben, dass der film formal ausgewogener ist, als zb dokus der letzten jahre zum themenbereich food, die mit unterstützung “öffentl-rechtl.” tv-anstalten entstanden sind. deren art und weise hat die m´ßstäbe an “diskussion” aka für&wider in dokus neu nach unten gesetzt. und dort zeichnen “redakteure” verantwortlich und nicht mediziner, die “aus gründen” plötzlich einen film initiieren. ohnedies wird seitens der vaxxed-verantwortlichen betont, dass sie wiederholt versucht hätten die CDC zu interviewen….

          allein dass sie penetrant das wort “fälschung” einer studie im munde führen, zeigt, dass sie offenbar nur die parteiischen artikel dazu gelesen haben oder nur diese wahrgenommen sehen wollen. dass dritt-geldgeber mit an bord waren, die klare interessen hatten, ist das eine. das warf zu recht fragen auf. vieles andere riecht nach kampagne.

          und dass sie zu einer medienkritik, die u.a. bemängelt, dass hierzulande namhafte blätter und elektronische medien nur dritte nachbeten und sich – obwohl sie beuspielsweise bei kinotourterminen mit verantwortlichen vor ort waren – nicht die mühe machen, mit zB wakefield zu sprechen, wieder deren teils vom tonfall her nicht ernst zu nehmende “quellen” zitieren und gleichzeitig (wohl auch uns) verschwörungstheorien andichten wollen, zeigt uns leider, dass sie den kern der kritik nicht verstehen können oder wollen.

          • Bitte die von mir angegebenen Links durcharbeiten, da findet Ihr alles, was Ihr wissen wollt. Wenn Ihr kein Englisch könnt, wird das allerdings schwierig.
            Der Film selber ist bei Youtube zu finden, ebenso im (amerikanischen) iTunes Store und möglicherweise auch bei Amazon. Danke.

          • herr schöneborn! danke der nachfrage, wir haben zwar keine native-speaker in der redaktion, aber zumindest mitarbeiter mit ordentlichem schul-englisch! sie sprechen von einem kurzfilm – und behaupten dazu dinge! filme sind selten nachlesbar! entweder haben sie einen öffentlichen link oder einen anderen NACHPRÄFBAREN beleg für ihre aussage. nicht das irgendwer anderes ähnliches behauptet. dies ist kein beleg!

            mit “Der Film selber ist bei Youtube” meinen sie die kino-doku vaxxed? auch das wäre uns neu! es gibt zwar bauernfänegerlinks die zB mit “Vaxxed: From Cover-Up to Catastrophe (2016) #Ganzer’Film [German]”Dokumentarfilm ” werben, dann aber nach einem einschlägigen intro auf fehler-uploadse o.ä. und auf mutmaßlich illegale und vielleicht auch so oder so nicht zielführende angebote hinweisen. im “(amerikanischen) iTunes Store” wird mutmaßlich nicht die deutsche kinofassung angeboten. dies haben wir allerdings nicht überprüft. aber just um die deutsche kinofassung geht es in unserem text – wir müssen also davon ausgehen, dass sie diese nicht kennen. VERSCHONEN SIE UNSERE SEITE BITTE VON WEITEREN WICHTIGTUERISCHEN AUFTRITTEN! wer in drei anläufen nichts ernsthaftes, belegtes beizusteuern vermag ist hier FALSCH.

  • Liebe Franken,
    besten Dank für die differenzierte Berichterstattung gegen die Zensurkampagne sogenannter “kritiker”, die unkritisch den Meinungs-Mainstream übernehmen und die Zensur bedienen.
    Ähnliches wie VAXXED berichtet auch der hervorragende Doku-Film “Man Made Epidemic” (deutsche Filmemacherin).
    Es gibt z.B. 130 Studien, die den Zusammenhang von Impfung und Autismus aufzeigen, darüber hinaus x gewonnene Impfschadenprozesse, also wer immer noch
    nachplappert, dass Impfen zu keine schwerwiegenden Erkrankungen führen kann, der will es nicht wissen oder ist nicht in der Lage eine Suchmaschine zu bedienen. Hier ein kleiner Nachilfeunterricht:

    https://de.scribd.com/doc/220807175/130-Research-Papers-Supporting-the-Vaccine-Autism-Link

    Besten Gruss
    Hubert

    • guten tag “hubert” – danke für den hinweis auf natalie beer . wir hatten bis zur stunde weder von ihr noch von besagtem film gehört. hoffen, dass wir die kommenden wochen zeit und die möglichkeit finden, den film von ihr zu sichten.

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