Ihre Trüffelschweine im fränkischen Einheitsbrei

Kartoffeltanz am Spieß

Die unterirdischen Knollen werden hierzulande in allen Variationen geliebt: gekocht, gebraten, frittiert, gerieben… So stehen Groß wie Klein auch mitunter gern bei Kirmesbuden Schlange, wenn diese verheißen, frittierte Kartoffelspiralen am Spieß zu zaubern. Dieses Geschmackserlebnis soll es dank „Mr. Potato Twist“ nun auch zuhause geben – wir haben geprüft, wie gut das klappt.

Es gibt ganze Kochbücher, die sich ausschließlich mit Kartoffeln beschäftigen, gar Restaurants, bei denen die Erdknolle voll und ganz im Mittelpunkt steht. Und wie oft bestellen Kleine in einem Lokal ihr Essen speziell mit Pommes oder begnügen sich ausschließlich mit jener Beilage. Allein schon der Duft gebratener oder frittierter Kartoffeln lässt auch vielen Mitgliedern der kulturküche-Redaktion gemeinhin das Wasser im Mund zusammenlaufen. Um aber mal von den klassischen Formen – wie Kartoffelscheiben, -spalten, -stifte oder -würfel – abzuweichen und zum Beispiel bei einem Kindergeburtstag oder einer anderen Party Begeisterung in die Augen der Gäste zu zaubern, könnte man zum „Kartoffel Twister Spiralschneider Mr. Potato Twist“ greifen. Diesen haben wir auf www.my-gastro.de gefunden, wo er explizit als Qualitätsprodukt und unter anderem für seine schnelle und einfache Bedienbarkeit beworben wurde – “Ideal geeignet für Imbiss, Restaurants, Veranstaltungen, Catering, Weihnachtsmarkt oder für auch für zu Hause”.

Ausgeliefert wird der durchaus handliche Spiralschneider (ca. 25,5 X 11,5 X 14 cm) bei diesem Shop praktischerweie gleich zusammen mit einem Packen Holzspieße (200 Stück, 25 cm aus Bambus) und zwei austauschbaren anschraubbaren Schneidemessern als Zubehör. Das Gehäuse des Spiralschneiders besteht laut Werbung aus robustem und rostfreiem Edelstahl, das zum Großteil mit blauer Schutzfolie abgeklebt war. Es war eine richtige Friemelarbeit, diese vollständig weg zu bekommen, einige winzige Folienfetzen blieben zunächst beharrlich am Gerät haften. Was schwerer wiegt, weil es nicht nur ein einmaliges Ärgernis ist: Die Verarbeitung des “Mr. Potato” ist unseres Erachtens auch nicht sauber beziehungsweise: zumindest das uns zur Verfügung gestellte Testexemplar weist an einer Seite, wo die Kartoffeln eingespannt werden, schon zwei sehr scharfe Kanten auf, was im ungünstigen Falle durchaus eine kleine Verletzungsgefahr birgt.

Zweckdienlicherweise wird das Gerät wie bei jeder Neuanschaffung dann zunächst unter fließendem Wasser gereinigt und danach auf einem möglichst geraden Untergrund mit ausreichend Platz zum Arbeiten platziert – dank seiner gummierten Füße ist es selbst erfreulicherweise von Haus aus weitgehend rutschfest. An dem durch seine luftige Mitte reichenden, quer verlaufenden Stab des Kartoffel-Twisters, macht man dann eine idealerweise mittelgroße und festkochende Erdfrucht, je nach Belieben mit oder ohne Schale, fest. Und dann geht es auch schon direkt ans Kurbeln. Zumindest theoretisch.

Denn an dem Punkt irritiert die Gebrauchsanweisung ein wenig, in der es heißt, man solle den Hebel, der sich an der Kurbelseite befindet und in der Mitte eines Schlitzes steht, herunterdrücken, um die Kartoffel “einzuspannen”. Aber runterdrücken geht gar nicht, der Hebel kann nur nach oben (damit lockert man den Stab – der lässt sich nach hinten ziehen -, um eine Kartoffel anzubringen oder – nach dem Spiralen schneiden – den Kartoffelrest zu entfernen) oder eben nur bis zur Mitte, in dieser Position kann gekurbelt und geschnitten werden.

Ist die Kartoffel eingespannt, ist der Rest aber tatsächlich sehr einfach: Durch Kurbeln drückt man die Kartoffel an das Schneidemesser und auf der anderen Seite kommen schöne gleichmäßige Spiralen raus. Ein Stückchen von der Kartoffel (ca. 2 cm dick) bleibt als Ausschuss am Stab hängen. Nach dem Schneiden zieht man den Hebel nach oben, lockert den Tab und zieht den Spieß heraus. Dann werden die Spiralen von Hand vorsichtig auseinander gezogen und der Frittiervorgang kann starten. Am besten in einer Fritteuse. Wir haben uns mit einem Wok beholfen, in den wir reichlich Speise-Öl gekippt haben. Das Resultat – mit Salz und Paprikapulver gewürzt – konnte sich sehen und vor allem schmecken lassen – in nur gut fünf-sechs Minuten hergestellt.

Übrigens: auch ganz ohne Holzspieß – falls diese mal ausgehen und man vergessen hat Ersatz zu besorgen – lassen sich mit diesem Gerät relativ leicht Kartoffelspiralen herstellen. Allerdings kleben diese dann beim Frittieren sehr schnell aufeinander und sehen nicht so schön aus, wie auf dem Spieß.

Fazit: Positiv: wenn man den Bogen erst mal raus hat bzw. Irritationen der Bedienanleitung geklärt sind, ist das Gerät sehr einfach zu bedienen. Die Kartoffelspiralen gelingen gut und, frittiert man sie richtig, schmecken sie auch lecker. Allerdings finden wir die scharfen Ecken beim „Mr. Potato Twist“ richtig ärgerlich. Allein schon aus diesem Grund scheint uns der Preis von knapp 75,- Euro überhaupt nicht gerechtfertigt. Außerdem lässt sich vor erster “Inbetriebnahme” die blaue Schutzfolie nur schwer entfernen, es sei denn man geht mit scharfem Messer ran, was aber wiederum Kratzer verursachen könnte. Ebenfalls nicht unterschätzen: wie bei Edelmetall allerdings üblich gilt es den Kartoffelschneider von my-gastro.de nach dem Spülen auf Hochglanz zu polieren, denn ansonsten auftretende Wasserspuren sehen nicht sehr ansehnlich aus.

Bestellablauf/Handling: 3/5

Qualität/Originalität: 3/5

Preis/Leistung: 2/5



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