Robert (Trystan Pütter) und seine Partnerin Tara (Seyneb Saleh) wollen sich gemeinsam mit ihrer Tochter Nia (Zoë Baier) eine Auszeit nehmen, ehe diese im nächsten Jahr eingeschult wird. Es geht ans Meer – konkret nach Griechenland. Die Dreisamkeit genießen und – eher unausgesprochen – wieder besser zueinander finden. Kurzum: Der “Urlaub” soll die – obwohl es für den Kinozuschauer keine klassischen Rückblenden gibt – augenscheinlich schon länger zerrüttete Beziehung der Beiden retten. Doch auch während ihres unbefristeten Ausstiegs – er plant wohl länger, sie hatte aber zumindest insgeheim kein ganzes “Sabbatjahr” vor Augen, wenngleich innerhalb der Filmlogik wahrscheinlich noch nicht mal viele Wochen verstrichen, seit sie hier in der aktuell recht fröstelnden Umgebung (die Neoprenanzug und Gasheizer statt Sonnenbrille und Badehose zum Einsatz kommen lässt) angekommen sind – sorgen Roberts ständige Telefonbereitschaft für einen nie ganz klar einschätzbaren Job, aber auch wohl schon seit Jahren (wenn nicht Jahrzehnten) schwelende Familienkonflikte für eigentlich tagtägliche, nur selten pausierende Spannungen…Richtig langweilig ist das Ganze gleichwohl trotzdem nicht. Man kann auch nicht sagen, dass einer der Haupt-Charaktere schlechte Arbeit in der Darstellungskunst liefert. Es fehlt aber komplett die Harmonie, bzw. in diesem Fall muss man sagen: es mangelt (auch) daran, die behauptete Disharmonie organisch darzustellen. Es gibt zwar einige formal schlüssig aufgezeigte Situationen mit der die unmittelbare Entstehung der aktuellsten Missstimmungen in dieser Paarbeziehung “miterlebt” werden kann, auch sind diese Beispiele sogar mitunter sehr lebensnah – aber eben letztlich nur aneinandergereiht. Keinerlei Tiefgang. Auch wenn angerissen wird, dass man mal sich – mutmaßlich mal wieder wie auch in Berlin vor dieser Reise – getrennt schlafen geht.
Auch als gegen Ende aufgrund einer ernsthaft besorgniserregenden Situation Roberts Eltern (gespielt von Ulrike Willenbacher und Bernhard Schütz) ins Geschehen treten, wirkt nahezu jeder Dialog, auch jede Interaktion ohne (große) Worte wie richtig schlecht getimtes und bestenfalls rudimentär beherrschtes Method Acting. Am Natürlichsten agierte bis dato die Figur von Roberts jüngerem Bruder Jonathan (Sebastian Urzendowsky), der vermeintlich überraschend eines Tages auf der Insel auftauchte.
