kukkis – das sind alkoholische Cocktails aus der Flasche, die tiefgekühlt gekauft oder geliefert, genauso tiefgekühlt monatelang aufbewahrt und tatsächlich im Handumdrehen trinkfertig gemacht werden können. Dahinter steht ein Startup aus Berlin mit bayerischen Wurzeln.
(ore) Wer beim Gedanken „Cocktail aus der Flasche“ nur an klebrig-süße Alkopops denkt, liegt, wenn es dabei um kukkis geht, meilenweit daneben. Angaben der Gründer zufolge ist die Idee mit diesem formal betrachtet tatsächlich innovativen Produkt im Business der alkoholischen Mixgetränke sprichwörtlich mitzumischen in einer kleinen Werkstatt auf dem Bauernhof der Familie Klemm geboren worden. Zusammen mit seinem neuen Kumpel Saif Rudi experimentierte Sepp Klemm bereits vor zehn Jahren an trinkfertig gemixten und bereits mit Eisstückchen bestückten, in Glasflaschen abgefüllten Cocktails. Drei Jahre später stieß dann der dritte Kopf dazu, Andy Romanowski, das Gründer-Team war komplett. Mittlerweile sitzt und produziert die kukki GmbH in Berlin.
Ihre Produktlinie umfasst neben den Alkoholika unter anderem einen ganz speziellen Toaster, doch dazu gleich. Zunächst zu den Getränken selbst: die kukki-Cocktail sind aktuell in acht verschiedenen Geschmacksrichtungen verfügbar, allesamt in 275 ml Glasflaschen gefüllt, welche die Drinks in ihren betont appetitlichen Farben nicht nur auf Werbefotos sondern auch unter realen Testbedingungen bestens in Szene setzen – erst recht, da manche Sorten teils noch mit fischen Fruchtstücken, Beeren oder Minze garniert daherkommen. Der Clou: die Getränke sind von Werk aus tiefgekühlt. Und damit sie nach dem “Anrichten” auch über eine halbe Stunde – also für anhaltenden Trinkgenuss auch bei Höchsttemperaturen – schön kühl bleiben ohne zu verwässern, steckt in jeder Cocktailflasche ein extra fest gepresster Eiszylinder, im übrigen eine Spezialentwicklung für just dieses Unternehmen.
kukkis, die wie erwähnt tiefgekühlt ausgeliefert und damit stolze zwölf Monate lang ohne jedweden Geschmacksverlust gelagert werden können (idealerweise bei -18°C) sind in folgenden Sorten erhältlich: Caipi (14,1 % vol., mit Cachaça, Limetten-Likör, Limettensaft, ein Stück frische Limette und feiner Rohrzucker), Mojito (14,1 % vol., mit weißem Rum, Limetten-Minz-Likör, Zitronensaft, Limettensaft und frische Minze), El Presidente (14,1 % vol., mit braunem Rum, Ananassaft, Limettensaft, Grenadinesirup, Sauerkirschsaft und frische Heidelbeeren), Sex on the Beach (14,1 % vol., mit Wodka, Ananassaft, Cranberrysaft, Pfirsichlikör, Orangensaft und frische Heidelbeeren), Wild Passion Fruit (8,0 % vol., mit Fruchtwein, Maracujasirup, Maracujasaft, Limettensaft und frische Minze), Pink Grapefruit (8,0 % vol., mit Fruchtwein, Pink Grapefruitsaft, Zitronensaft, Orangensaft, natürliches Grapefruitaroma, Guarana-Extrakt und frische Grapefruit), Red Berry (8,0 % vol., mit Fruchtwein, Heidelbeersirup, Cranberrysaftkonzentrat, Himbeersaftkonzentrat, schwarzes Johannisbeersaftkonzentrat) und schließlich Colada (8,0 % vol., mit Fruchtwein, Ananassaftkonzentrat und Kokossirup). Neben den vorgenannten Zutaten gilt natürlich: alle Flaschen enthalten eine ordentliche Menge Eis(wasser)!

Wie aber soll ein qua tiefgefrorenes Getränk dem Konsumenten “spielend leicht” ein Geschmackserlebnis bieten bzw. privaten oder gewerblichen Gastgebern den Alltag erleichtern. Jeder der weiß wie wirkliche Bartender jeden einzelnen Drink aufwändig in Handarbeit zusammenstellen, mixen, shaken und überhaupt, weiß, dass bei Hochbetrieb eine Menge Zeit pro Konsumenten drauf geht.
Hier nun nimmt man einfach die gefrorene Flasche aus der Truhe bzw. dem Gefrierschrank und lässt sie wahlweise a) zwei-drei Minuten in einem Wasserbad auftauen, b) kurz in die Mikrowelle c) bei schönem Wetter einfach draußen in der Sonne stehen, bis sie trinkfertig erscheinen oder nutzt d) den enorm stylischen kukki-“Toaster”: Stellt man eine Flasche hinein, schaltet sich das Gerät automatisch an, in ca. 30 Sekunden ist kukki trinkfertig. Es empfiehlt sich bei allen vier Methoden vor dem Öffnen nochmal kurz zu schütteln.
Kommen wir zum Wesentlichen, der Frage der Qualität und letztlich dem Preis-/Leistungsverhältnis. Um es abzukürzen – unsere kleine kulturkueche.de-Testrunde konnte von allen aktuellen Sorten einige Schlucke probieren und fünf von sieben Autoren kamen zum selben Ergebnis: Wer aus guten Hotels, anspruchsvollen Bars oder “Premium”-Events wirklich gute Cocktails kennt, Mixgetränke bei denen frischeste Zutaten und besserer Sirup und vor allem qualitativer Alkohol zum Einsatz kommt und vor allem auch die Zubereitung von einer oder besser zwei professionellen Händen durchgeführt wird, könnte latent oder gar richtig enttäuscht sein. Die verbliebenen beiden Tester waren indes einer der Meinung, kukkis sind “sprichwörtlich tadellos” und dem anderen konnte “keine einzige Sorte – auch mit dem Abstrich ja auf ein Fertigprodukt eingestellt zu sein – so richtig” überzeugen. Bis auf diesen einen einzigen Probanden, würden indes die sechs anderen uneingeschränkt unterschreiben, dass sich kukkis keine Sekunde vor der Masse an Cocktails verstecken braucht, die insbesondere in Großstädten in zahlreichen nieder- oder mittelpreisigen Restaurants und Bistros feilgeboten werden. Abgesehen vielleicht, wenn es Gäste eher “betont süß” mögen, fürchtet die Mehrheit unserer Testrunde das eine oder andere enttäuschte Konsumentengesicht. Denn selbst der Colada bietet bei kukki einen eher leicht herben Grundgeschmack.
Wer als Privathaushalt, etwa für eine kleine Gartenparty seinen Gästen etwas Besonderes bieten, aber nicht stundenlang rühren, shaken und mixen möchte (ganz abgesehen von der Frage, ob man überhaupt über die nötigen Gerätschaften und Zutaten verfügt!) kriegt die Flaschen online beim Hersteller in 12-er-Gebinden oder bei manchen Supermarktketten in deren Tiefkühltruhen je nach Sorte zwischen 3,99 bis 5,49 Euro. Der Toaster kann zwar grundsätzlich auch gemietet werden, dürfte aber gemeinhin mit seinem aktuellen Preis inklusive MwSt von knapp 500 Euro eher ausschließlich für Profi-Anwender, insbesondere gastronomische Betriebe interessant sein. Aber grundsätzlich kann auch dieser von jedermann erworben werden.
