Ihre Trüffelschweine im fränkischen Einheitsbrei

Döner – immer griffbereit

Mit Fleischscheiben beladene Spieße am Vertikalgrill sind in der deutschen Imbiss-Landschaft längst nicht mehr wegzudenken. Manche Dönerbuden-Betreiber haben gar solch einen Kultstatus erreicht, dass einem die Schlangen vor ihren Geschäften oft über eine Stunde Geduld abverlangen. Dass manche Hersteller den Geschmackskick auch für zuhause versprechen, indem sie “Dönerfleisch” als Tiefkühlware anbieten, ist nicht neu. Eine Innovation indes ist „Ismail’s Döner Kebab“ – hier wird das beliebte Produkt in Dosen angeboten: nur kurz ins Wasserbad und dann fertig braten und der originale Grillgeschmack könne auch supereinfach von jedermann privat bereitet werden, verspricht der Familienbetrieb. kulturkueche.de hat getestet, wie es sich mit der Handhabung und vor allem dem Genuss verhält.

(ore) In seiner türkischen Heimat gibt es Döner Kebab, was soviel wie „Drehendes Grillfleisch“ bedeutet, dort bis heute oft aus Hammel- oder Lammfleisch besteht und in Brotteig gewickelt serviert wurde, vermutlich seit dem 17. Jahrhundert. Mit der Zeit wurde aus dem horizontalen ein vertikaler Grill, wobei gewürzte Fleischlappen auf einem Spieß aufeinander geschichtet werden. Zusammen mit den so genannten „Gastarbeitern“ kam dann der Döner auch nach Deutschland. Hier packte man das gebratene Fleisch dann zusammen mit Zwiebeln in ein Fladenbrot, und – voilá – fertig war – Entschuldigung liebe Vegetarier und Veganer – eines der leckersten Mittagessen to go. Heute wird Döner hierzulande meist aus Kalb- oder Hähnchen- bzw. Putenfleisch verkauft. Die Beilagen aus klein geschnipseltem Gemüse und unterschiedliche Soßen runden das Gericht ab. Die wirklich guten Budenbetreiber haben ihre ganz speziellen Rezepturen. Und weil sich Kebab-Gerichte eben einer ungebrochenen Beliebtheit erfreuen, versuchen und versuchten diverse Lebensmittelhersteller in den letzten Jahren mit mehr oder weniger Erfolg Grillfleisch-Gerichte nach Döner Art in die Supermärkte und deren Tiefkühlabteilungen zu bringen. Meist jedoch ist die Qualität sowohl was optische und haptische, vor allem aber die geschmacklichen Eindrücke anbelangt, unterirdisch, zumindest wenn man eben frische Produkte auch nur mittelguter Dönerien kennt.

Mit dem Brand der „Clean Cooking Family“ aus Neunkirchen im Saarland kommt das berühmte Grillfleisch nun aber in einer 165 Gramm Fleischeinlage fassenden Dose daher und passt somit zum Transport sogar in so manche Jackentasche: „Ismail’s Döner Kebab“, der Shoppreis beträgt auf den ersten Blick stolze 9,45 Euro (umgerechnet 5,73€ pro 100 Gramm; “ab 2zwei Stück versandkostenfrei”), wirbt dabei mit einer Familienrezeptur von 1965. Das verwendete Rindfleisch komme stets heimisch vom “Wendelinushof”. Noch erfreulicher neben dem Thema Regionalität: Die Dosendöner-Macher verwenden keinerlei Geschmacksverstärker, keinen Zucker – ebenso tabu: Farbstoffe, Phosphate oder Hefeextrakte. Vielmehr geben Zwiebel, Eier, Salz, Knoblauch, Tomaten- sowie Paprikamark dem Fleisch die ordentliche Würze. Namensgeber ist Ismail Tünay, der 1964 sein Handwerk gelernt und zwanzig Jahre später im Saarland seine eigenen Döner verkauft hat. Und nun packt sein Sohn Turgut das gegrillte Fleisch eben in die Dose, auf dass es bundesweit jedermann zuhause genießen kann. Bis zu zwei Jahre ist das unverschlossene Produkt haltbar. Über 300 Dosen werden aktuell monatlich vom ehemaligen Küchenchef eines Vier-Sterne-Hotels und seiner Familie in Handarbeit bestückt.

 im Vergleich zu TK-Produkten ist „Ismail’s Kebab“ ein Quantensprung

In unserer diesmal siebenköpfigen Testrunde haben vier Männer und drei Frauen die Qualität von „Ismail’s Döner Kebab“ genauer unter die Lupe genommen. Übereinstimmend gab es dabei sehr viel oder zumindest ordentlich Lob für die ausgesprochen einfache Zubereitung: Zunächst gilt es die ungeöffnete Dose für 3 bis 5 Minuten in kochendes Wasser zu stellen. Dabei wird der Inhalt mit dem fleischeigenen Fett (welches sehr sparsam und angemessen vertreten ist) mit all seinen Röstaromen schonend erwärmt. Danach öffnet man die Dose und befördert den Inhalt in eine Pfanne, wo man das Grillfleisch dann für ein paar Minuten kurz scharf anbrät. Abschließend entscheidet dann natürlich die eigene Façon, mit welcher Soße, welchem Gemüse, ob im Fladenbrot oder einfach auf dem Teller, mit Pommes oder Reis man den Döner genießt.

So oder so: bereits beim Erhitzen in der Pfanne entwickelt das Fleisch aus der Dose einen angenehmen Röstduft. Absolut oder ziemlich appetiterregend empfanden dies fünf der sieben Testköche. Für die zwei anderen indes nicht erwähnenswert. Einigkeit indes wieder beim Thema Grundwürze: “passt”, “man braucht nichts dazuzufügen”…. Und auch die Dönerfleisch-Menge selbst wurde in der kulturkueche.de-Testrunde als – weil ja “keiner ohne Beilagen” essen werde – in der Regel “garantiert” ausreichend für zwei Personen oder “für einen sehr hungrigen Menschen” beurteilt. Zudem: die deutliche Mehrheit unserer Probanden (fünf von sieben) empfand die Fleischqualität in allen drei abgefragten kategorien Optik, Haptik und Geschmack als gut bis ordentlich. Für auch nur ein einziges “sehr gut” reichte es indes nicht. Aber das Gesamtresultat hat letztlich doch auch die Erwartung der drei im Vorfeld skeptischsten Tester übertroffen.

Gleichwohl, auch hier waren alle sieben Teilnehmer dieses kulturkueche.de-Geschmackstests einer Meinung: Mit ihrem jeweiligen Lieblingsdöner (in Bamberg hat übrigens aktuell eine Bude die Nase vorn, die erst vor wenigen Monaten unweit vom Bahnhof, in der Luitpoldstraße 39, eröffnet hat)   kann das Produkt aus der Dose nicht mithalten. Frisch geschabtes Fleisch ist eben doch noch einmal etwas ganz anderes. Aber im Vergleich zu tatsächlich jedem (!) TK-Produkt, was die letzten Jahre in den Supermärkten Deutschlands landete und irgendetwas mit dem Wort Döner vorgab, ist „Ismail’s Kebab“ wiederum ein Quantensprung.



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