Ihre Trüffelschweine im fränkischen Einheitsbrei

Fische schweben über dem Teich

Nein, unsere Überschrift fußt nicht auf Halluzinationen! Und es geht auch nicht um sogenannte fliegende Fische. Bei dem Produkt, das heute im Mittelpunkt unseres Geschenketests steht, schwimmen bunte Zierfische tatsächlich über der eigentlichen Teich-Wasseroberfläche: “Flying-Aquarium” verspricht einen Augenschmaus für Gartenbesitzer und es sei vor allem auch für die Fische selbst mehr als reizvoll, ihre Umgebung mal von einer völlig anderen Seite wahrnehmen zu können.

Bereits der erste Trailer auf der Youtube-Seite des Anbieters von flying-aquarium.eu mit über dem Teich schwimmenden Fischen wirkte so faszinierend, dass das Produkt zu testen, in unserer Redaktion in der sich gleich mehrere begeisterte (Klassik-/Indoor-)Aquariumbesitzer tummeln, nicht zweimal überlegt werden musste. Ein Gartenteich – wenn auch wirklich nur einer in Miniausgabe auf einem gemieteten Grundstück – mit Fischbesatz war bei einem Teammitglied passenderweise zum Testen vorhanden. Nachdem dort gemessen worden war, stand fest: es würde zumindest das kleinste des aktuell vom Flying-Aquarium-Shopbetreiber, dem “Künstler im Gartenteich-Bereich” namens Kristian Bethke, angebotene Exemplar passen. Und so wählten wir ein “Oval 1200” mit einer Gesamtfläche von ca. 71 x 61 cm – in weinrot. Alternativ wäre der Fischaufzug, wie diese Garteninnovation innerhalb des kulturkueche.de-Teams mittlerweile auch genannt wird, auch in grau oder umbra erhältlich.

Auf die perfekt verpackte und ausreichend äußerlich als hochempflindliche Ware gekennzeichnete Lieferung mussten wir nicht lange warten, ausgeliefert wird übrigens erfreulicherweise nicht etwa mit DPD sondern gemeinhin mit DHL: Neben dem sehr gut verarbeiteten Glasaquarium ist das zweite zentrale Element der Unterbau, auf den wir gleich noch zu sprechen kommen. Bestandteil eines flying-aquarium-Sets “made in berlin” ist aber immer auch zweierlei Zubehör: sinnvolle Befestigungsmöglichkeiten (Erdheringe und entsprechende Schnüre) für das gesamte Ensemble, damit auf größeren Teichen das Aquarium nicht hin- und herschwimmt, sondern einen festen Standort beibehält; und auch die für das Starten des originären Schauspiels zwingend nötige Vakuumpumpe, namentlich das Modell “Air Hammer”.

Zum Unterbau: ein im Endeffekt quasi auf dem Kopf stehendes klassisches Aquarium wird dank einem bereits in sich vormontierten farbigen, witterungs- und UV-beständigen Plexiglasrahmen eingefasst und dank dessen, von vielen Blickwinklen letztlich nicht großartig sichtbaren, Styroporuntergrunds schwimmfähig: in der bei uns leider nur passenden Winzvariante misst der Echtglaskörper dann 30 x 20 x 20 cm und hat ein Füllvermögen von 12 Litern – die Standartgröße lautet 40 x 25 x 25cm.

Zum Aufbau: überraschenderweise absolut kinderleicht: einfach den Echtglaskasten, in dem sich später die Fische tummeln sollen, von oben in den wie erwähnt ansonsten bereits vormontierten Rahmen setzten und das gesamte Konstrukt sanft in den Teich gleiten lassen. Dann kommt die mitgelieferte Pumpe zum Einsatz, ihr lag ein zusätzlicher kleiner Schlauch bei, dessen eines Ende  mit einem vom Berliner Aquariumspeuialisten angebrachten Metalldraht versehen ist. Ein Blick in dessen Anleitung verrät zugleich, wenn man es nicht ohnedies ahnte, dass die andere Schlauchseite an die Pumpe muss, und das den Schlauch verstärkende Ende  mit ein paar geschickten Handgriffen im Idealfall möglichst nah von unten durch das Wasser an die Innendecke des Glaskörpers gebracht wird, ehe dort final die Luft herausgepumpt wird. Zu diesem Zweck ist es hilfreich nicht alleine zu werkeln, sondern eine helfende Hand zu haben, denn einerseits den Schlauch zu hindern, dass er hin und her rutscht und gleichzeztig zu pmpen ist durchaus mühsam.

Als das Wasser schließlich wie geschildert ins Aquarium hochstieg, waren unsere Erwartungen zunächst etwas gedämpft, was aber keinesfalls an dem Testprodukt lag: das Wasser im Teich des Vermieters war “nur” richtig schmutzig, eine bräunlich-grünliche Brühe, die Folge der offenbar seit Jahren eher suboptimalen Pflege. So wollten wir uns denn alsbald um eine relative Klarheit im Wasser kümmern: Schlamm und Sonstiges bündeln und abschöpfen. Mit ein paar mehr oder minder rein biologischen Mitteln war das auch bewerkstelligbar. Nach knapp zwei Wochen sonnigem Wetter mussten wir aber feststellen, dass sich neue Algen im Wasser gebildet und somit erneut auch den Inhalt des Glaskörpers, nun richtig grünlich verfärbt hatten. Wir fanden: das Flying-Aquarium musste noch einmal heraugenommen werden, um es zu reinigen und auch den Algenwildwuchs im Teich in den Griff zu bekommen. Zum (temporären) Abbau des wunderschönen Blickfangs musste man wieder den Schlauch in den Glaskasten bis an die Oberfläche stecken und diesmal – logisch, oder? – Luft hineinpumpen. Die Fische waren erfreulicherweise alle von sich aus weggeschwommen, hatten sich in den tieferen Ebenen versteckt. Das immer leichter werdende Flying-Aquarium stieg in Sekundenschnelle nach oben und konnte dann einfach angehoben werden. Erfreulich, dass das Rein und Raus des Gartenteichensembles die Fische offenbar nicht weiter belastete.

Die Optik: Auf der Seite des Internetshops dämpft der Betreiber vorsorglich die Erwartungen der Kunden, dass ihre Fische nach dem Aufbau seiner Technik sofort in das Aquarium stürmen würden, etwas ab: in manchen Fällen könnten bis zum ersten Erlebnis durchaus drei-vier Tage vergehen. Wir hatten offenbar Glück oder der Vermieter hat ganz besonders experimentierfreudige bzw. extrem neugierige Tiere: es verging kaum eine Stunde und siehe an, die kleinen und großen Goldfische stiegen wie in einem Aufzug langsam hoch.

Der Anblick ist einmalig! Tatsächlich alle Teichbewohner – wir haben sie vorab gezählt – kamen abwechselnd, mal drei-vier, mal zu zehnt, ungeachtet der dadurch entstandenen Enge im Glaskörper, nach oben, wohl auch angezogen durch die nun punktuell helle Umgebung. Die Sonne schien, die weinrote Plexiglasplatte setzte einen weiteren leuchtenden Glanzpunkt auf dem Wasser und keineswegs nur am Anfang, sondern nun schon über Wochen schwimmen – spätestens sobald die Sonne richtig aufgegangen ist – über dem Teich goldene, rötliche und bunte Zierfische, die den neuen Ausblick offenbar zu genießen schienen. Unser Angst, ihr Auftauchen könne Katzen anlocken, die ohnedies regelmäßig – wie auf Dörfern üblich – ungebeten vorbeischauen ist bisher unbegründet. Die Stubentiger kämen zwar eh nicht in den Glaskasten, würden also für die Fische keine unmittelbare Gefahr darstellen, dass sie an diesem aber auch nicht herumschubsen, ist uns aber sehr recht.

Fazit: Das Flying-Aquarium ist eine wirklich schöne und originelle Sache für den heimischen Teich. Als Geschenk an Dritte, wid man es sich eher zwei Mal überlegen, denn die Anschaffung ist nicht gerade billig, aber bei einem originären Produkt, das in Kleinauflagen hergestellt wird, sind die Kosten natürlich sicher auch enorm: für unser Testexemplar, also die kleinste Variante, zahlt man bei flying-aquarium.eu bereits knapp 260,- Euro (zzgl. absolut fairer 5,99 Euro Versand). Dafür gibt es einen regelrechten Augenschmaus als Belohnung, wenn bunte Fische nicht mehr nur für jene erahnbar sind, die direkt auf einen Teich schauen, sondern plötzlich für alle, die Einblick auf die entsprechende Grunstücksstelle haben, zum Bestsaunen freigegeben sind. Das Einzige, was der Hersteller auf seiner Webseite unseres Erachtens schleunigst nochtragen sollte: Hinweise für Laien, wie mit dem Flying-Aquarium im Winter zu verfahren ist, ob bei starkem Frost eine Gefahr für den Glaskasten oder gar die im Wasser lebenden Tiere besteht.

Bestellungsablauf/ Handling – 5/5 – Qualität/Originalität – 5/5 – Preis/Leistung – 4/5

Der kulturkueche.de-Tipp: Wer sich für dieses Produkt interessiert, sollte noch im April und Mai zuschlagen – denn aktuell gelten offenbar stark reduzierte Einführungspreise. Die regulären Preise ab Juni sollen im Schnitt pro Flying-Aquarium 30 Euro teurer sein als aktuell.

 

 

 



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