Ab 24. März 2023 wird es futuristisch im DB Museum: Das Nürnberger Haus eröffnet mit „FUTURAILS. Wege und Irrwege auf Schienen“ eine Sonderausstellung zu Schienenutopien aus drei Jahrhunderten. Gezeigt werden ganz unterschiedliche Versuche, die herkömmliche Eisenbahn durch andere spurgebundene Verkehrssysteme zu ersetzen. Über 50 Original-Objekte und Dokumente aus der ganzen Welt, visionäre Illustrationen aus 200 Jahren Eisenbahngeschichte und interaktive Elemente zum Anfassen spannen den Bogen von kuriosen Visionen aus der Anfangszeit der Eisenbahn bis zu aktuellen Konzepten wie dem Hyperloop der TU München und der Magnetschwebebahn der Firmengruppe Max Bögl.

Seit das Rad-Schiene-System um 1800 in England das Licht der Welt erblickt hat, ist es in seinen Grundzügen unverändert geblieben: Auf einem Gleis aus zwei parallel geführten Eisenschienen laufen Fahrzeuge auf eisernen Rädern, die entweder selbst mit einem Antrieb ausgestattet sind oder von einer Lokomotive gezogen werden. Innerhalb weniger Jahrzehnte eroberte das Verkehrsmittel die Welt und ist bis heute das dominierende spurgebundene Verkehrssystem geblieben. Dass es so kam, war keineswegs von Beginn an klar, denn in den letzten 200 Jahren wurde eine Vielzahl an alternativen Schienensystemen entwickelt.
Der Wettlauf um zukunftsweisende Alternativen zur klassischen Eisenbahn begann bereits kurz nach deren Erfindung: Im Jahr 1822 entwickelte der bayerische Eisenbahnpionier Joseph von Baader sein „System der Fortschaffenden Mechanik“, eine Pferdebahn, deren Fahrzeuge auf Schiene und Straße fahren konnten. Nur wenig später folgten Ideen zu pneumatischen Antrieben und Einschienenbahnen, bevor 1901 mit der Wuppertaler Schwebebahn die erste, dauerhaft betriebene Monorail in Betrieb ging.
Mit der stetigen Beschleunigung des Verkehrs im fortschreitenden 20. Jahrhundert wurden weitere futuristische Konzepte wie Hänge- und Einschienenbahnen entwickelt und neuartige Antriebe wie Propeller und Düsenmotoren getestet. Ende der 1960er Jahre entstand schließlich die Magnetschwebebahn, ein Fahrzeug mit einem sensationellen Antriebskonzept, das geeignet schien, das Rad-Schiene-System zu ersetzen.
Der Siegeszug der Eisenbahn
Doch was kaum jemand für möglich hielt, geschah: Die „gute alte Eisenbahn“ erlebte in den 1960er Jahren einen Technologiesprung. In Japan, Italien, Frankreich, Spanien und dann auch Deutschland entstanden Fahrstrecken, die Eisenbahnfahrzeugen Geschwindigkeiten weit jenseits der 200 km/h-Marke ermöglichen. Wieder stellte die Eisenbahn alle Konkurrentinnen in den Schatten, doch bis heute arbeiten Expert:innen aus der ganzen Welt an spurgebundenen Alternativen: In Japan entsteht die weltweit erste Fernstrecke einer Magnetschwebebahn, während der kalifornische Unternehmer Elon Musk Forschende rund um den Globus dazu aufgerufen hat, sich mit dem Verkehrssystem Hyperloop zu beschäftigen.
Mit FUTURAILS zeigt das DB Museum ein Panorama all dieser Ideen, Bemühungen und Visionen zur menschlichen Mobilität – von den Anfängen der Eisenbahn bis heute.
