Ihre Trüffelschweine im fränkischen Einheitsbrei

Vorsicht bei diesen 12 Lebensmitteln

Haben Sie schon einmal von der “Dirty Dozen” Liste gehört? Sollten Sie! Bzw. von deren vermeintlichem deutschem Pendant, welches das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (kurz BVL) publiziert: eine so genannte Nationale Berichterstattung zum Thema “Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln”. Denn es gibt insbesondere zahlreiche Obst- und Gemüsesorten und auch Produkte tierischen Ursprungs, da “muss” man eigentlich bio kaufen, sonst sind sie tendenziell extrem schädlich für den Menschen. Die Dirty Dozen Liste in den USA zeigt seit 2004, welche Lebensmittel dort am schlimmsten pestizidbelastet ist. Nun liegt auch wieder eine neue Untersuchung für Deutschland vor – wobei sich die 2025 veröffentlichten Ergebnisse von Stichproben auf Erkenntnisse von 2023 bezieht, was schon andeutet, dass hierzulande selbst im Bereich dieser Kontrollen noch so Einiges im Argen liegt.

Symbolbild – Bild von Erich Westendarp auf Pixabay

Es geht darin konkret um die Belastungssituation auf Basis zehntausender Lebensmittelproben aus der amtlichen Überwachung. Besonders auffällig für den aktuellsten Berichtzeitraum waren demnach für den deutschen markt Erdnüsse, Mangos und
Bohnen mit Hülsen.

“Regionale und saisonale Produkte sind in der Regel weniger mit Pestizid-Rückständen belastet als Lebensmittel aus Drittländern. Gleiches gilt für Lebensmittel aus biologischem Anbau”, so der rat der Verbraucherzentralen. Das heißt: Verbraucher sollten insbesondere bei den oben gelisteten Lebensmitteln – auch getrocknete Bohnen, Kirschen, Tees, frische Kräuter, Johannisbeeren (rot, schwarz und weiß) sowie Salatrauken/Rucola waren häufiger verhaltensauffällig – am besten zu Bioware. Beim ökologischen Anbau werden schließlich generell weniger Pestizide eingesetzt, es dürfen zumindest offiziell auch keine chemisch-synthetischen Pestizide genutzt werden.

Erläuterungen zu Rückstandshöchstgehalten im Beamtendeutsch

Im folgenden Absatz zitieren wir aus der Veröffentlichung des Bundesamtes: “Der ‘Rückstandshöchstgehalt’ (RHG) ist die höchste zulässige Menge eines Pestizidrückstands in oder auf Lebens- oder Futtermitteln und wird für jede Kombination aus Erzeugnis und Wirkstoff einzeln festgelegt. Innerhalb der EU erfolgt die Festsetzung von Rückstandshöchstgehalten in einem Gemeinschaftsverfahren. Bei der Festsetzung werden sowohl Daten zur Toxikologie und zur Verzehr menge als auch Daten zur guten landwirtschaftlichen Praxis berücksichtigt. Im Vorfeld der Zulassung eines Pflanzenschutzmittels werden im Rahmen von Rückstandsversuchen die Gehalte an Rückständen im Erntegut abgeleitet, welche bei bestimmungsgemäßer und sachgerechter Anwendung des Pflanzenschutzmittels im Erntegut verbleiben. Nur wenn ein akutes und chronisches Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher durch die Aufnahme der entsprechenden Rückstände auszuschließen ist, wird ein Rückstandshöchstgehalt für die Festsetzung in der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 vorgeschlagen.”

Mit diesem verklausulierten Basiswissen können Sie nun sicher die nebenstehende Tabelle perfekt für sich selber interpretieren.

Tragikomisch in unseren Augen, dass dann die ausführlichen Schilderungen der einzelnen Produktgruppen, selbst beim in deutlich mehr als der Hälfte aller untersuchten Proben Problemkind Nummer 1 lapidar mit Sätzen a la “Bei Getreide wiesen 44,9 % der Proben keine quantifizierbaren Rückstände auf” vom BVL begonnen wird. Alles für 2023 im laufenden Jahr 2025 vom Bundesamt offiziell in einer dickeren Broschüre Zusammengetragene und inzwischen punktuell Korrigierte (vgl. Seite2 des pdf) gibt es zum Dowmload.

In ein Prozent der untersuchten Lebensmittel aus Deutschland wurden 2023 Überschreitungen der Rückstandshöchstgehalte festgestellt (2022: 1,3 Prozent). Bei Produkten aus anderen EU-Staaten sank die Quote der Überschreitungen auf 1,3 Prozent (2022: 1,5 Prozent). Importierte Lebensmittel aus Nicht-EU-Staaten seien dem BVL zufolge weiterhin deutlich höher belastet: Die Quote lag bei 8,5 Prozent (2022: 9,8 Prozent).

Unabhängig von der Herkunft: Je nach Lebensmittel falle der Anteil an Produkten, bei denen der Rückstandshöchstgehalt überschritten wird, sehr unterschiedlich aus. Besonders viele Überschreitungen gab es für den deutschen markt 2023 mit 40 Prozent bei Chilis. Und auch Mangos, Erdnüsse und Bohnen mit Hülsen lagen mit fast sechs Prozent auf einem erhöhten Niveau. Die gute Nachricht: Beliebte Lebensmittel wie Karotten, Äpfel, Kartoffeln und Tomaten wiesen wie in den Vorjahren kaum oder gar keine Überschreitungen auf.

 



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