Christian Clavier als pensionierter Lehrer Robert Poutifard sinnt, wie der Filmtitel mit dem um “kennt kein Pardon” ergänzten Rollennamen bereits unmissverständlich nahe legt, auf Rache. Konkret sollen drei, eigentlich vier (aber die Zwillinge konnte er noch nie auseinander halten) seiner ehemaligen Schüler, die aus seiner Sicht sein Leben ruiniert haben, leiden. Und zwar nachhaltig. Er will ihre Karrieren pulverisieren: die des Betreibers eines Sternerestaurants, die der beiden Influencer-Schwestern (laut Poutifard: zwei Köpfe, aber nur ein Gehirn) und die vom Kopf der “Bande”: einer afrofranzösischen Sängerin.
Poutifard erlebt der Zuschauer zunächst recht ausführlich als deren Grundschullehrer. Und irgendwann viele Jahre später in einem Kämmerchen vor einer Wand mit vielen Ausschnitten und Fäden wie man sie gefühlt trillionenfach in irgendwelchen Krimis bei Ermittlern gesehen hat. Der inzwischen angegraute und frisch Pensionierte lebt offensichtlich zeitlebens mit seiner Mutter (Isabelle Nanty) unterm selben Dach. Neben mehr oder minder originären Streichen mit Kleister auf dem Tafelschwamm und Gegenständen und Zetteln an des Lehrers Rücken hat das Quartett dem schrulligen Robert dereinst vor allem die Verlobung mit einer eben falls eher verhaltensauffälligen recht neuen Kollegin Claudine (Jennie-Anne Walker) versaut. Wie das geschah, möchten wir nicht spoilern. Aber es ist auf der Leinwand fast ebenso langatmig und uninspiriert dargeboten wie eigentlich leider Alles was nach dem Epilog in 81 Minuten dargeboten wird. Auch, dass im Handlungsverlauf unter anderem ein Kampfhund, Deepfake-Künste der Mutter und eine schauderhafte, nominell “ungewollte” Parodie auf den Nintendo-Klempner Super Mario eine Rolle spielen, werden wir hier nur erwähnen.
Im Vergleich zu diesem Werk hier: Bereits die ersten Sequenzen “der fabelhaften Welt der Amelie”, als dort in Rückblenden gezeigt wird, wie die Protagonistin im Kindesalter einem Nachbarn, der sie zu foppen versuchte, einen TV-Genuss mit wilden Spielereien an der Außenantenne schier in den Wahnsinn treibt, hat mehr Tiefgang und Originalität als jede einzelne Sekunde von “Monsieur Robert kennt kein Pardon”. Vor allem fehlt es neben diesen beiden Defiziten an jedwedem Charme, den man auch in weitaus schwächeren französischen Produktionen als den Ausnahmestreifen mit Audrey Tautou oft erlebt. Und zu allem Übel ist das letzte Drittel bei Poutifard spätestens ab Minute 50 en detail vorhersehbar. Das einzig Gute ist denn unterm Strich auch tatsächlich das gewohnt tadellose Spiel des Christian Clavier. Der agiert im Rahmen, der ihm das schwache Skript lässt, wie man es von ihm kennt.
