Ihre Trüffelschweine im fränkischen Einheitsbrei

Kurzkritik zu “Das Ding mit Federn”

Wer das literarische Debütwerk von Max Porter kennt, dem muss man natürlich nicht erklären, um was sich alles in “Das Ding mit Federn” (auch bekannt als “Trauer ist das Ding mit Federn”) mit dem aus “Sherlock” oder auch “Avengers: Endgame” bekannten Benedict Cumberbatch dreht: Nach dem unerwarteten Tod seiner Frau ist ein junger Vater mit seinen kleinen Söhnen plötzlich auf sich allein gestellt. Die Hauptrolle spielt hier indes eine überdimensionale Krähe. 

Unter der Regie von Dylan Southern wirkt der menschengroße schwarze Vogel, der sprechen kann, mal als Babysitter, zynischer Philosoph und gestrenger Therapeut. Allzu oft aber als lebendig gewordenes Schreckgespenst für den jungen Witwer, der im Übrigen Schriftsteller ist und auch gerne zeichnet. Leute aus seinem Verlag, Freunde und Verwandte versucht er dabei weitgehend auf Distanz zu halten, auch die Ratschläge die ihm sein realer Psychiater auf den Weg gibt, beherzigt er bestenfalls halbherzig. Man kann nicht sagen dass er die Trauer nicht zu verarbeiten sucht, erst recht nicht, dass er nicht versucht nun ein noch besserer Vater zu sein. Schließlich fehlt ja auch seinen Jungs jetzt die Mutter.

Um es vorwegzunehmen: der Film wartet weniger mit Herzzerreißendem und unseres Erachtens gar nicht mit irgendetwas auf düstere Weise Komischem auf, wofür die literarische Vorlage gemeinhin gelobt wurde. Und so richtig furchterregend wirken die Szenen mit dem Federvieh – welches im Übrigen nicht CGI generiert ist – auch nicht. Aller Kampfszenen, die die innere Zerrissenheit eines Menschen zwischen Trauer und Wut  nicht ansatzweise authentisch zu spiegeln verstehen, zum Trotz. Vor allem ist “Das Ding mit Federn” völlig überladen mit Soundschnipseln und Musik. Als ob die Macher der im Vergleich dazu stimmig gewählten, mit vielen Grautönen und dunklen Schattierungen aufwartende Bildgestaltung alleine nicht vertrauen wollten. Oder eben davon überzeugt waren, dass neben der menschlichen Krähe und der Geschichte selbst unbedingt der Holzhammer eingesetzt werden muss. Dazu kommen viele durch und durch unfreiwillig tragikomisch geratene, ja teils slapstickartig anmutende Szenen – etwa wenn die Krähe unvermittelt auch noch im Supermarkt auftaucht.



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