Ihre Trüffelschweine im fränkischen Einheitsbrei

Oktoberfestfeeling aus dem Snackregal

Die insbesondere im Raum München seit Jahrzehnten äußerst beliebte Feinkostmarke “Käfer” hat gemeinsam mit der XOX Gebäck GmbH Produkte entwickelt, die für wohl viele Menschen außerhalb des “Freistaats” auf den ersten Blick ziemlich fremdartig bzw. schon auch nur theoretisch gewöhnungsbedürftig anmuten: Kartoffel-Chips mit Brathähnchen-Geschmack zum Beispiel. Oder Käseecken im Obazda-Style – zu gut deutsch Maissnacks mit Camembert-Kümmel-Geschmack.

Für zwei der drei allesamt in betont edler Verpackung aufwartenden Produkinnovationen gilt nicht “nur” das Qualitätsversprechen “ohne Farbstoffe”, sondern zugleich auch “für Vegetarier geeignet”: Neben den bereits erwähnten Käseecken namentlich auch für das “Käfer Popcorn Karamell mit Meersalz”. Aber es ist hier vor allem die wirklich treffliche Kombination zweier nominell äußerst gegensätzlicher Geschmäcker, die dieses Produkt von der Masse an Artikeln, die in deutschen Snackregalen um die Gunst der Käufer buhlen, mehr als positiv abhebt. Dazu kommt eine bei abgepacktem Popcorn seltenst erlebte ausgewogene Konsistenz. Bei mehr als 2/3 des Packungsinhalts gerät man gar leicht ins Grübeln, ob hier nicht irgendjemand die einzelnen Pops in Handarbeit auf besonders gaumen- und zungenfreundliche Größen nachgeformt hat. Im Ernst: man schmeckt die Qualität, die hier eingesetzt wird bei jedem Happen! Und in Erinnerung an einen früheren Claim eines US-Chips-Anbieters ist es hier wirklich so: hat man erst einmal das Knabbern angefangen, kann man diese mit echtem Toffee Karamell und Meersalz angereicherte Popcorn-Art kaum noch freiwillig aus der Hand legen. So das nahezu einhellige Urteil unserer achtköpfigen Testerrunde. Nur einer Probandin war das Produkt immer noch einen Ticken zu süß, vier zeigten sich restlos begeistert – darunter auch zwei Menschen, die fernab des Weißwurstäquators groß geworden waren. Und der Rest attestiert zumindest eine absolut ausgewogene Geschmacksmischung und eine vollmundige Konstienz. Denn wie angedeutet: bei den Käfer-Popcorn-Bissen, die im übrigen im fettreduzierten airpopped-Verfahren erstellt werden, ist nichts fettig, kaum etwas bröselig und vor allem fand sich in den Packungen, die zum kulturkueche.de-Geschmackstest vorlagen tatsächlich kein einziges “unaufgepopptes” Maiskorn.

Ziemlich gut in unserer Testerrunde schnitt auch die Verkostung der Kesselchips mit Brathähnchengeschmack der schon lange über seine traditionsreichen Ladengeschäfte – das Stammhaus ist übrigens noch immer in der Münchner Prinzregentenstraße – hinaus auch in den Bereichen Gastronomie, Catering, Lizenzen und Einzelhandel tätigen Unternehmensgruppe ab. Die Zutatenliste ist dabei anders als bei manchen Wettbewerbern im Snackbereich erfreulich kurz und “riecht” so bereits vor dem Öffnen nach unverfälschten Geschmackserlebnissen. Konkret finden Anwendung: Kartoffel, Sonnenblumenöl, Reismehl, Aroma, Zucker, Speisesalz, Gewürze und Kräuter. Punkt. Beim ersten Gaumenkontakt ist denn auch spätestens das Oktoberfest(feeling) in den eigenen vier Wänden angekommen. Die Käfer-Chips mit dem wirklich sehr authentischen Geschmack der in München in diesen Tagen hunderttausendfach auf Grillspießen rotierenden Gigerln* betrachten vier unserer acht Tester als überdurchschnittlich interessant. Die Wertung herausragend und süchtigmachend erfolgte je einmal. Lediglich zwei Probanden (beides keine gebürtigen Bayern) schlossen eine “Wiederholungsgefahr”, also dass sie im Supermarkt selber zu diesem Käfer-Produkt greifen würden, “eher aus”. Von allen die probieren durften, wurde aber in jedem Fall als besonders positiv das “besonders” bzw. “erfreulich” knusprig betont.

An der Konsistenz der Käfer Käseecken (sie werden in 75g Packs verkauft, die vorgenannten Chipse stets mit 125 g Nettogewicht) hatte auch niemand im kulturkueche-Testerteam zu mäkeln. Aber die Geschmacksergebnisse variierten hier auch unter den “Einheimischen”, also unter den “Original”-Bayern, doch beachtlich. Lediglich einer von acht Probanden hat hier ein Produkt entdeckt, dass er sich auf jeden Fall gerne mindestens alle 2-3 Monate “privat” kaufen würde. Bei vieren fiel der “Maissnack mit Camembert-Kümmel-Geschmack” dagegen gar gänzlich durch. In der Startphase der Markteinführung prangte auf den Verpackungen übrigens noch das bayerische Idiom “Obazda”, das eben just einen Brotaufstrich aus vorgenannten Zutaten beschreibt, wenn der verwendete Käse “angemacht” wurde, mit auch Butter und Zwiebeln.

Wenngleich eine von drei Innovationen wenig bis keinen Anklang in der kulturkueche fand: Die Zusammenarbeit der Münchner Unternehmer mit der auf Snacks spezialisierten,in Hameln ansässigen XOX Gebäck GmbH hält viele positive Überraschungen bereit. Nicht “nur” als Ergänzung zur Brotzeit oder zum Feierabendbier, wenn wir an die Kesselchips denken, oder, dafür ist das Karamell-Popcorn natürlich prädestiniert, nebenher beim Heimkinoabend.  Zumal es neben den drei bereits ausführlich vorgestellten, süddeutsch angehauchten Knabbereien im Käfer-Snack-Neuheiten-Bereich gar noch ein viertes Produkt zu entdecken gilt. Und dieses entführt gar nach Fernost! Die Käfer Massaman Curry Reis Chips werden als 60 g Pack angeboten und sind in einer “sehr interessant”-en (wie drei Tester meinten) bzw. “äußerst angenehmen”-en (das Mehrheitsurteil! – nur ein einziger Proband sagte nach 5-6 Happen, dass er diesem Produkt gar nichts abgewinnen kann) würzig-fruchtigen Geschmacksmischung gehalten. Und wie für all die hier vorgestellten Käfer-Snacks gilt auch für diese Marge, dass komplett auf geschmacksverstärkende Zusatzstoffe verzichtet wurde. Als Hauptbestandteile werden konkret Tapiokamehl, Sonnenblumenöl und Reismehl ausgewiesen.

 

* Übersetzung für die Zuagroasden**: Hähnchen
** Zugereiste = Neubürger



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