
Jeden Montag bietet das mexikanische Restaurant EscoBar (Breisacherstr. 19 – 81667 München) nominell ein All-you-can-eat-Buffet an. Geworben wird unter anderem (!) mit Fajitas, Burritos, Enchiladas, Chicken Wings, Chili con carne, Spareribs, Maistortillas, gefüllten Ofenkartoffeln, saftigen Steaks, Salat, Nachos, verschiedenen Dips und Saucen sowie 3-4 verschiedenen Kuchen und Obst. Der reguläre Preis pro Person lautet 11,90 Euro. Auf den ersten Blick also sowohl was die Auswahl als auch was den Kampfpreis angeht mehr als verlockend. Allerdings entpupt sich das Ganze schon nach wenigen Minuten als absolut unangenehme Überraschung – in vielerlei Hinsicht.
Zunächst zum Ambiente: Der Laden ist ziemlich voll gestellt. An Tischen, wo – theoretisch – vier Personen Platz nehmen sollten, passen wenn man nicht mit streng angewinkelten Armen speisen will bestenfalls drei. Bei jedem Gang zum Buffet oder zur Toilette, stößt man unweigerlich an die eigenen Tischnachbarn oder stolpert sprichwörtlich über fremde Gäste. Das Licht, besonders im hinteren, einem aufgebrochenem Gefängnis nachempfundenem Lokalteil ist es so schummrig, dass man Probleme hat, die (Getränke-)Karte zu studieren.
Das Buffet selbst ist an einem länglichen Tisch arrangiert, der auch nur für den Hauptspeisenanteil des ausgeschriebenen Speisenangebots nicht mal theoretisch ausreichend Platz bietet. Eines war also von Anbeginn an klar, wer hier nicht viel Zeit mitbringt kriegt zumindest einen teil der versprochenen Gerichte nicht einmal zum Sehen. Um es vorweg zu nehmen, aus Recherchegründen – das Essen hatten wir nach einer Stunde endgültig eingestellt – waren wir geschlagene drei Stunden vor Ort.
Gemessen an der Lokalgröße und der Gästezahl sind die ersten Platten und Chafing Dish-Behältnisse gerade noch ausreichend bestückt. Doch bereits eine halbe Stunde nach dem “Startschuss” des AYCE-Angebots ist nicht mal mehr die bis dato einzige mexikanische Hauptspeise verfügbar. Wer jetzt kommt hat erst einmal rund 30 Minuten bestenfalls das Glück neben kalten Vorspeisen oder vorgezogener Obst/Kuchenauswahl sich mit Chicken Wings warm zu halten. Man muss selbst ewig warten, bis Dip(s) nachgelegt werden! Übrigens: den bei TexMex-Genüssen unseres Erachtens unverzichtbaren Guacamole-Dip sucht man im Escobar zumindest beim Buffet vergeblich.
Auf unsere erste Nachfrage, wann die nächsten Hauptspeisengerichte kommen bzw. wie es sich generell mit der angepriesenen Vielfalt verhält, meinte ein Kellner völlig ungerührt, die Küche entscheide wann was aufgelegt werde. Mit Enchiladas brauche man heute wohl eher nicht mehr zu rechnen, die waren ja am Anfang da und so werde wohl keine zweite Runde folgen. Was verschmerzbar gewesen wäre wenn auch nur irgendwann jede ausgelobte Speise auftauchen würde, regelmäßig wenigstens je zwei Hauptgerichte zur Wahl stünden. Jedoch insbesondere Steaks, Enchiladas oder gefüllte Ofenkartoffeln tauchten auch nach Stunden überhaupt nicht auf, und wenn neben Chilli am Buffet als zweite warme Speise Burritos mit eben jener Füllung locken kann von Auswahl keine Rede sein.
Gäste, die nach 21 Uhr kamen und nach bestimmten Gerichten Ausschau hielten, wurden vom ohnedies oft hilflos agierenden Personal schlichtweg angelogen, dass etwa die Steaks schon für heute durch seien, und auf die nächsten warmen Speisen für in gut 15 Minuten vertröstet und animiert die Wartezeit mit Bier oder kleinen Snacks zu überbrücken. Zumindest das AYCE-Angebot des Escobar ist ein absoluter Reinfall! Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sich Einiges was tatsächlich aufgefahren wird, geschmacklich und qualitativ im Durchschnitt des in Deutschland außerhalb von Edelrestaurants Dargebotenem bewegt.
Qualität/Geschmack: 2/5
Service/Ambiente: 0/5
Preis/Leistung 1/5
