Ihre Trüffelschweine im fränkischen Einheitsbrei

Filmtipp: Kiss the cook (So schmeckt das Leben)

kiss_cookEs wäre nicht ratsam diesen Film mit leerem Magen zu besuchen, denn diese Ode an die Kochkunst lässt einem gewaltig das Wasser im Mund zusammenlaufen. Man kann phasenweise fast riechen, was Carl Casper farbenfroh und frisch an  seinem Arbeitsplatz zaubert. “Kiss the cook” (So schmeckt das Leben) ist eine sinnliche Komödie, ein kulinarisches Roadmovie und entführt von Miami nach Los Angeles. Regisseur Jon Favreau (“Iron Man”) schrieb nicht nur das Drehbuch, sondern sich auch die Hauptrolle eines fülligen, leidenschaftlichen Kochs auf den Laib.

Seit Jahren nun ist Sternekoch Carl in einem angesagten Restaurant in Los Angeles für die Gaumenhöhepunkte seiner Gäste zuständig. Er stößt aber an seine Grenzen: denn Restaurantbesitzer Riva (Dustin Hoffman) hat wenig Verständnis für Kreativität. Die Speisekarte soll am besten nie verändert werden. Als dann noch ein wichtiger Restaurantkritiker derbe über Carl herzieht, platzt Letzterem der Kragen, er beleidigt den Snob (web)öffentlich und muss so dann seinen Hut nehmen. Nach einigen Tagen scheinbarer Aussichtslosigkeit und entsprechendem Wunenlecken fährt er – da der Zuschauer das entspannte Verhältnis der Drei bereits skizziert bekommen hat eine durchaus plausible Wendung – zusammen mit seiner von ihm geschiedenen Frau und dem gemeinsamen Sohn nach Miami. Das heißt: zurück zu seinen kulinarischen Wurzeln. Carl besorgt sich einen Foodtrack und als sein Sous-Chef Martin (John Leguizamo) dazustösst, beginnt für beide Männer und dnm 11jährigen Percy eine Reise nach Los Angeles mit wunderbaren kulinarischen Zwischenstopps.

Von Anfang bis Ende ist der Film eine witzig und stimmig erzählte Geschichte über die Leidenschaft zum Kochen, über die Beziehung von Vater und Sohn und über die auch in Deutschland langsam populärer werdende Foodtruck-Kultur. In Nebenrollen brillieren Dustin Hoffman als engstirniger Chef, Scarlett Johansson als Kellnerin, Robert Downey Jr. als verschrobener Ex von Carls Ex, Oliver Platt als arrogganter Restaurantkritiker und irgendwie auch Twitter, das für Neulinge in “sozialen” Netzwerken so seine Tücken haben kann. Und wer nicht die Unsitte besitzt, während des Abspanns den Saal zu verlassen, bekommt ebenda noch einen launigen Vorgeschmack auf die wahre Kochkunst von Favreau serviert.



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