Ihre Trüffelschweine im fränkischen Einheitsbrei

Egersdörfer und Fast zu Fürth im Z-Bau zu Nürnberg

KULTURTIPP – Die fürchtet Euch nicht Tour

Egersdörfer und Fast zu Fürth präsentiert vom Kunstverein im Z-Bau (Frankenstraße 200) zu Nürnberg, am 20. April live und in Farbe: zwischen Volksmusik und Gassenhauer, Pop und einer Art von Rock´n Roll, Rezitativ und Menuett, auf dem schmalen Grat zwischen Scheitern und Siegen.

Mittlerweile ist die Fangemeinde des gelernten Medienberaters Egersdörfer, der unüberhörbar aus dem Nürnberger Land stammt, bundesweit ins Unermessliche gestiegen. Der 1969 geborene studierte Germanist, Philosoph und Künstler ist dabei vor allem dank seiner vielen Wutausbrüche in nur wenigen Jahren auch bei den rar gesäten anspruchsvollen TV-Unterhaltungsformaten ein gern gesehener Gast. Es ist ja auch nahezu unmöglich, ihn nicht ins Herz zu schließen, diesen korpulenten Mann mit dem schütteren Haar und dem grimmigen Gesichtsausdruck, wenn er von ganz gewöhnlichen Alltagssituationen erzählt, die im Verlauf des Abends immer abstruser werden. Oder wenn sich Egersdörfer in Rage redet, das Publikum anbrüllt. Man könnte glauben, der Mann explodiere gerade. Ob als kleiner Bub mit der Mutter an der Wursttheke, im Kampf gegen Kundenkartenwahnsinn im Supermarkt, beim Rätseln über die Art der Gegenstände die sie auf deutschen Autobahnen umherfliegen oder bei seinen angsteinflößenden Erinnerungen an die Schulzeit – Papierschiffebasteln inklusive. Seine Geschichten sind stets brüllend – oder zumindest tragikomisch. Doch hier und heute geht es nicht um die Soloprogramme von Matthias Egersdörfer sondern um die etwas andere “Boy Band” namens “Fast zu Fürth”. Denn nicht nur der bisher (Stand nach den ersten beiden Folgen – der dritte Streich ist übrigens für den 9. April angekündigt, zur klassischen Sendezeit im “Ersten”) einzige Lichtblick der sogenannten Franken-Tatorte sondern gleich fünf schräge Typen gibt es im Z-Bau zu erleben – ihn und vier weitere: das macht dann, dass sie fast zu “fürth” sind. Was nicht nur eine Zahlenspielerei ist, sondern auf die geographische Herkunft der auch als “Hohepriester des Metatschunkelns”, passiv-aggressiven Tonkünstler bekannten Herren anspielt.  Man darf sich freuen – nicht fürchten – auf einen Kleinkunstabend mit Anarcho-Charakter! Und auch wenn dann neben vielen neuen Liedern und G’schichten unter anderem dieser Song hier auf dem Programm steht: den Abend mit Egersdörfer, Lothar Gröschel, Smul Meier, Robert Stefan und einem noch unbekannten Mitstreiter*, gestandene Männer, die unter anderem Akkordeon und Ukulele spielen und überdies auch Geräusche machen, gibt es leider nicht auf Krankenschein.

* in einer früheren Version erwähnten wir hier Philipp Moll, der Jahre fester Teil von Fast zu Fürth war: der aus Lauf stammende Kabarettist, Texter und Musiker verstarb überraschend im Oktober 2016.



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