Von wegen eine ruhige Kugel schieben

CuboroFür diejenigen, die wegen dem relativ hohen Preis des Holzsets “tricky ways” (Edition Cuboro) das Kugelbahn-Strategiespiel für Groß und Klein, das räumliches Denken und Planen fördert,
bisher liegen lassen mussten, gibt es nun eine deutlich günstigere Variante: aus dem thermoplastischen Holzwektstoff Fasal.

Cuboro, ein Spielehersteller aus der Schweiz, ist in Fachkreisen für hochwertige, perfekt verarbeitete Bauelemente bekannt. Auch “tricky ways” passt in diese Reihe: in diesem Spiel für maximal vier Personen werden in den Spielrahmen Bauelemente gestellt, mit deren Hilfe Kugeln vom Startturm in die Löcher am Rahmen befördert werden. Umso verschlungener und länger der Murmelweg, desto mehr Punkte kann ein Spieler sammeln. Für ältere Labyrinthfreunde gibt es die Spielvariante, in der Kugeln sowohl oberirdisch in Rillen gerollt werden, als auch “unterirdische” Tunnel mit einbezogen werden. Dazu kommen wir ein paar Zeilen später.

Da die Holzversion mit 149 Euro nicht für jedermann erschwinglich ist, hat Cuboro nun eine Version aus günstigerem Material auf den Markt gebracht. “tricky ways fasal” kostet lediglich 59 Euro, ist aber ebenso top verarbeitet, wie die Holzversion. Durch seine helle Farbe ähnelt es auch optisch seinem älteren “Bruder”. Fasal ist ein thermoplastischer Werkstoff aus Holz, dessen Basis allerdings aus Holzspänen oder -mehl besteht. Diesen Elementen werden dann beispielsweise weitere Materialien wie Kokos, Flachs, Hanf oder Stroh beigemengt. Durch Wärme und Druck werden die Stoffe miteinander verschmolzen und später geformt. Natürliche oder synthetische Harze sorgen unter anderem dafür, dass Fasal wasserabweisend und somit gegen Feuchtigkeit und Mikroorganismen geschützt bleibt.

Zum Spiel selbst: Es ist für 2 bis 4 Spieler ausgelegt – wobei man sich auch alleine ganz gut damit beschäftigen kann. In der einfacheren Version ist es ab 6 Jahren empfohlen, die fortgeschrittene ist für Menschen ab 12 Jahren gedacht. 9 Bauelemente inklusive Startturm, 2 Grundrasterblätter für beide Spielvarianten, 4 Spielfiguren (die auf dem Rand laufen und erzielte Punkte markieren – sie können ganz einfach aufeinander gesteckt werden, wenn mehrere Spieler vorübergehend den gleichen Stand erreichen) sowie 18 blaue und rote Glaskugeln (einziger Kritikpunkt an dem Spiel: je nach Lichtverhältnissen verschwimmt die Grenze zwischen diesen beiden Farben ein wenig) samt 3 für die Reserve nebst 4 Kugelbehältern sind die Bestandteile von “tricky ways”. Die Bauelemente in Würfelform haben unterschiedlich geformte Rillen und durchgehende Tunnel beziehungsweise “Sackgassen”. Sie werden nach einem entsprechenden Raster aufgestellt. Ein Feld bleibt frei.

Die Idee ist, diese Würfel mit maximal drei Drehungen so zu ordnen, dass ein möglichst langer Rollweg für eine Kugel entsteht (ein Feld zählt einen Punkt, unterirdische Wegstrecken zwei). Dafür darf ein Würfel in das leere Feld geschoben, auf seiner Spielfeldposition am Ort gedreht (auch auf den Kopf gestellt) und/oder von einer beliebigen Position ins leere Feld springen und ebenfalls gedreht werden. Reicht das Alles nicht aus, kann jeder Spieler die rote Kugel als Joker nutzen und eine vierte Veränderung des Labyrinths durchführen. Damit man auch Tunnel richtig planen kann, darf man die Würfel anheben und sich der Kugellaufwege vergewissern. Zum Schluss stellt man den Startturm auf das freie Feld, wirft die Kugel ein und hofft, dass man alles richtig gemacht hat und freut sich zum Schluss wie ein Schneekönig, wenn die Glaskugel nach einem verschlungenen Weg ihre Zielposition findet. Dabei kann es aber auch vorkommen, dass die Kugel keinen richtigen Schwung bekommt und auf dem freien Weg stehen bleibt, was aber nicht als Fehler gewertet wird. Ist die letzte Kugel platziert, ist das Spiel zu Ende. Gewonnen hat derjenige mit den meisten Punkten.

Ambitionierte Spieler, die die zweite Spielvariante noch komplizierter machen wollen, können mit zusätzlichen Regeln ihren Mitspielern die Aufgabe erschweren: für langes Nachdenken Minuspunkte vergeben, die Startpositionen vom Gegner bestimmen lassen…

Eine simpel nachvollziehbare Spielidee mit zahllosen Baumöglichkeiten machen “tricky ways” sehr attraktiv. Vor allem strengt es den Kopf an, bildet Vorstellungskräfte, räumliches Denken – und ist somit bestens für die unterschiedlichsten Generationen geeignet.

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