Der französische Spielfilm „Sterne zum Dessert“ (Kinostart: 28.12.2023) basiert auf der Biografie eines jungen berühmten Konditors und bietet – neben der ansonsten vor allem im US-Kino beliebten „vom Tellerwäscher zum Millionär“ Rahmenhandlung – Einblicke hinter die Kulissen der Patisserie-Kunst.
Ein kleiner Junge stiehlt in einem Laden Mehl und Eier und steckt seine Beute in seine Hosentaschen. Zuhause backt er einen Kuchen, überzieht ihn mit Schokolade. Die Zubereitung hat er seither offenbar öfter durchgeführt – und mittlerweile gelingt auch das Backergebnis. Anders als zu Beginn. Den Kuchen scheint er immer wieder für seine Mutter zu backen, nach deren Aufmerksamkeit er regelrecht lechzt.
Die allein stehende Frau hat noch ein Baby und ist – warum auch immer – nicht imstande, sich um ihre Kinder zu kümmern: so landet Yazid zunächst in einer Pflegefamilie, die ihn wie ihr eigenes Kind groß zieht, und später als Jugendlicher in einem Heim. Sein Traum seit Kindheitstagen ist es ein berühmter Konditor zu werden, von den Besten zu lernen, und dafür ist seine Hartnäckigkeit und sein Einfallsreichtum beispielhaft. Nach jahrelanger Arbeit kämpft sich der inzwischen zum jungen Mann gereifte Marokkaner nun in die Mannschaft der französischen Patissiers “um den Weltmeistertitel der Konditoren”.
„Sterne zum Dessert“ ist Sébastien Tulards erster abendfüllender Film. Als Thema wählte er die Autobiografie „Un rêve d’enfant étoilé“ des Konditors Yazid Ichemrahen, der 2014 tatsächlich „Weltmeister des Eisdesserts“ wurde. Der mittlerweile 32-jährige betreibt inzwischen seine eigene Pâtisserie in Avignon und ist als weltweit angesehener Konditor in den bekanntesten Küchen der Welt zu Gast. Und obwohl das Ende der auf der Leinwand erzählten Geschichte von Anfang an extrem vorhersehbar ist, und die eingestreuten Episoden, die zeigen, dass Talent allein nicht alles ist und so mancher neidzerfressene Konkurrent die Karriere zu sabotieren droht, letztlich für sich genommen wenig überraschen, kommt Tulards Leinwandarbeit charmant erzählt und vor allem visuell schlichtweg verzaubernd daher. In dem “Foodporn” wechseln sich dramatische, witzige, aber auch traurige Momente regelmäßig ab.
Die geradlinige Hauptgeschichte, wie Yazid Schritt für Schritt sein Ziel erreicht, wird von Flashbacks unterbrochen, die in seine Kindheit zurückführen, die schöne aber auch bittere Erinnerungen und Empfindungen zeigen. Diese prägen später sein Werk. Den Part des achtjährigen Yazid übernimmt im Film Marwan Amesker, den jugendlichen Patissier stellt schließlich der algerisch-stämmige Riadh Belaïch dar (als “Influencer” auch als “Just Riadh” unterwegs). Mit Beiden kann der Zuschauer förmlich in kulinarischen Genüssen schwelgen.
