Ihre Trüffelschweine im fränkischen Einheitsbrei

Freundschaft verleiht Flügel

Der dänische Zeichentrickfilm „Rosa und der Steintroll“ erzählt Kindern, dass man in einer Freundschaft mitunter auch Kompromisse eingehen muss. Im Gegenzug fühlt man sich nicht mehr allein und entwickelt manchmal gar ungeahnte Fähigkeiten.

Rosa ist eine Blumenfee, lebt auf einer bunten Wiese in “Sommerland”. Jede Nacht legt sie sich zum Schlafen in eine besonders schöne Rosenblüte und verschließt deren Blätter mittels eines Zauberstabs. Denn Rosa ist von Natur aus eher der ängstliche Typ. Sie würde gerne Freunde haben, aber da ist niemand weit und breit. Als sie erfährt, wie besorgt die Eltern eines jungen Mäuserichs in ihrer Nachbarschaft sind, weil ihr Sohn keine Braut findet, beschließt sie ihn aus Mitleid zu heiraten. Aber die immense Erwartungshaltung ihrer Schwiegereltern in spe lassen sie dann auch wieder sehr schnell an der Sinnhaftigkeit ihrer Zusage zweifeln. Genau in dieser Phase lernt sie den frisch entpuppten Schmetterling Silk kennen, ein sehr abenteuerlustiges Wesen, das unbedingt außerhalb der überschaubaren Wiese die weite Welt erkunden will: schließlich gibt es da irgendwo ein Meer und den großen Wald, wo die silbrig schimmernden Elfen mit ihrem König leben. Silk hat anscheinend nicht einmal Angst vor dem plötzlich aus den Bergen aufgetauchten bösen Steintroll, der alle Lebewesen die seinen Weg kreuzen in Steinskulpturen verwandelt. Hin und her gerissen zwischen ihren Ängsten und ihrer doch ebenso vorhandenen Neugier begleitet Rosa ihren neuen Freund schließlich auf eine phasenweise recht gefährliche Abenteuerreise…

Der Zeichentrickfilm „Rosa und der Steintroll“ basiert auf “Roselil”-Kinderbüchern der dänischen Autorin Josefine Ottesen. Er erzählt über das starke Bedürfnis nach sozialen Bindungen, über die Notwendigkeit in einer Freundschaft auch mal unangenehm scheinende Kompromisse eingehen zu müssen, über Zerwürfnisse und wie man ungeahnt auch als Angsthase plötzlich recht mutig sein kann, wenn es die Situation erfordert. In dieser Geschichte sind zudem sogar die wirklich Bösen im Grunde eher bemitleidenswerte Kreaturen – den jungen Zuschauern wird unumwunden vermittelt, dass sie im Grunde nur aus  eigener Einsamkeit zum Nachteil anderer schlecht handeln.

Der Zeichenstil des 75minütigen Films der Regisseurin und Illustratorin Karla Nor Holmbäck erinnert dabei in einigen Szenen an Produktionen wie sie bereits in den 1980er Jahren hierzulande im Fernsehen liefen. Und: die Geschichte geht leider zunächst etwas holprig voran, wird aber in der Mitte der ersten Hälfte dann etwas stringenter, bietet mehr Raum zum Mitfiebern mit der treuherzigen Rosa und wird auch relativ, bezogen auf die Kernzielgruppe (wir würden für Kinder von 3 bis maximal 7 empfehlen), spannungsreich. Auch visuell geht es dann in der zwischen Märchen und Fabel schwankenden Produktion erfreulicherweise vielfältiger zu.



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