Ihre Trüffelschweine im fränkischen Einheitsbrei

Innerhalb von nur vier Wochen: Kaiser, König und Maestro zu Gast

copyright nikorepress05.01. Muffatwerk: Bonaparte und andere

Grelle Masken, bunte Kostüme, angemalte Gesichter, Wahnsinnsperformances und verrückte Rock’n’Roll-Elektro-Musik: Die hedonistische Truppe um den Schweizer Bandleader Tobias “Kaiser” Jundt heißt Bonaparte – acht Künstler aus acht verschiedenen Ländern: eine Vagabundenansammlung begeistert seit einigen Jahren bei aller vordergründigen Show mit anspruchsvollen Texten und fulminanten Live-Auftritten. Nach dem Debütalbum „Too Much“ mit extrem tanzbarem gleichnamigem Song und dem „Anti Anti“ folgte „My Horse Likes You“ –eine wilde Mischung aus verschiedenen Genres von Elektro-Punk und Synthie-Pop. Und danach auch die DVD von einem Live-Konzert. Unabdingbar für Bonaparte, denn Performance ist für die Band, die bereits auf Quentin Tarantinos Privatpartys spielte, gleichwertig mit der Musik, betitelte sie ihre 2008-Tour doch gar als „Circus Show“, 2012 folgte das Album “Sorry We’re Open!”. Es ist nicht einfach, die Stimmung eines Konzerts gebührend einzufangen, besonders weil bei den Punkclowns so viel Action auf der Bühne herrscht. Und auch wenn Bonaparte am 5. Januar im Muffatwerk nur ein Act von Vielen sind – immerhin gilt es nichts Geringeres als “15 Jahre Candy Club” zu feiern und so sind auch Nova International, La Femme, Oy, Die Moulinettes,  Princessin Hans, Rae Spoon sowie Parasyte Woman mit von der Partie. Direkt im Anschluss an die Konzerte geht es beim DJ Battle zwischen JD Samson (Le Tigre), Sheila Chipperfield (Elastica) und Candy-Club-Erfinder Thomas Lechner zur Sache – der übrigens den Geburtstag zum Anlass nimmt, ein letztes Mal selbst an den Turntables zu drehen.

shadow14.01. Kleine Olympiahalle – The Fantastic ShadowsDas Helianthus Dance Theater bietet eine fantastische Inszenierung mit Traumwelten, in denen Tierfiguren und menschliche Gestalten wie Fabelwesen miteinander verschmelzen, spielende Schatten zu einem Spaziergang durch die Menschheitsgeschichte einladen, und stimmungsvolle Musik sowie ausdrucksstarke Videoprojektionen für ein außergewöhnliches Erlebnis sorgen. Das neue Programm von „The Fantastic Shadows“ zeichnet sich durch seine Bezüge zur populären Welt der Musik und des Films aus, zeigt akrobatische Höchstleistungen und eine spektakuläre Feuernummer. Im Mittelpunkt der Show stehen der Mensch und seine Entwicklungsgeschichte: Sie beginnt mit seiner Schöpfung, begleitet von imposanten Klängen aus „Also sprach Zarathustra“ als Signal für den sich aufrichtenden Primaten, und geht über den Anbeginn des konstruktiven Denkens und der abendländischen Philosophie bei Platons Schatten-Höhlengleichnis, bis hin zum mobilen Großstadtleben und der hippen “i-Pod”-Ästhetik unserer Gegenwart. Das Schattenspiel versinnbildlicht die Anpassungsfähigkeit des kreativen Menschen, der dabei auch mal phantasievoll mit Tieren und Fantasiewelten verschmilzt.

21.01. Prinzregententheater – Pippo Pollina – Er gilt als einer der besten Songpoeten Italiens. Vom deftigen Rock bis zum zarten Liebeslied, vom poetischen Protestlied bis zum fetzigen Ohrwurm biete sein aktuelles Programm die volle Bandbreite eines faszinierenden Musikers, der seit mehr als 25 Jahren besonders dem Vernehmen nach auch besonders gern auf deutschen Bühnen unterwegs ist. Begleitet wird er im Prinzregententheater vom Palermo Acoustic Quartett.

22.01. Ampere – Nate 57 – Mit seinem Song “Fick die Welt” ist er seit Wochen ganz vorne bei unserem Leservoting zum beliebtesten anspruchsvollen Song ever – Nathan Pedreira. Aufgewachsen ist er der Überlieferung nach “in dem aus den Medien als „Hamburger Bronx“ betitelten Karolinenviertel (20357), einem Teil des durch die Reeperbahn berühmt gewordenen Stadtteils Sankt Paulis: In diesem von Türken, Zigeunern und Linksextremen geprägten Umfeld kam er als Sohn eines Afrikanischen Reggae- Musikers und einer dem verarmten Adel entstammenden deutschen Gräfin schon sehr früh in Kontakt mit guter urbaner Musik. Auch durch seine beiden älteren Brüder beeinflusst hört er bereits seitdem er denken kann Hip Hop, vor Allen Dingen 90er Rap und Jamaikanischen Raggamuffin von Künstlern a la NWA, General Degree, Wu Tang, Lexxus, 50 Cent, Bob Marley, 2Pac und Notorious B.I.G, die ihn bis heute begleiten und zu neuer Musik Inspirieren.”

24. und 25.01. Lustspielhaus – Ohne Rolf – Mit ihren wortstarken Plakaten hat OHNE ROLF einen Senkrechtstart hingelegt und den Schweizer Innovationspreis SurPrix sowie den Deutschen Prix Pantheon gewonnen. Nun blättert das junge Schweizer Duo ein Kapitel weiter: OHNE ROLF erhält Nachwuchs – ein kleiner Schreibhals kommt zu Wort! Das frischgedruckte, zweite Programm verspricht lauter Stummsinn, und der alltägliche Papierkram erhält urkomische, überraschende Dimensionen. Gelacht wird zwischen den Zeilen, und das Auge hört mit. OHNE ROLF hat mit der „Erlesenen Komik“ eine komplett neue Kleinkunstform geschaffen. Eine simple Idee – genial umgesetzt: Sprechen heisst bei OHNE ROLF Blättern. Die auf 1000 Plakate gedruckten knappen Sätze wie auch das Geschehen zwischen den Zeilen sind witzig, spannend und gelegentlich sogar musikalisch.

27.01. Zenith – Fettes Brot, MC Fitti – Wenngleich auch sie aus dem hohen Norden kommen, muss man die Brote auch in München niemanden vorstellen, oder? So bringen wir Ihnen durch bloße Aufzählung von „Nordisch by nature“, „Jein“, „Emmanuella“ – um nur drei Tophits zu nennen lieber ein paar Ohrwürmer in Erinnerung und lassen die Band selbst zu Wort kommen: „An Allerheiligen 2013 erschien nach 5 Jahren Studio-Pause ein neues Album von Fettes Brot. Björn Beton, Dokter Renz und König Boris sind genauso fresh und anders geblieben, wie man das von der “besten Band aus der Erde” erwarten darf. Heißen tut es auch, und zwar frei nach Andy Warhol: “3 is ne Party”. Drauf sind 13 neue motherfeger, die Gruppe Fettes Brot dem geflashten Mob – neben Evergreens, Welthits und Spezialitäten aus ihrem 3daumendicken Songbuch – Anfang 2014 auf einer Tournee durch das In- und angrenzende Ausland vorsprechen und -stopptanzen wird. Das alles zu ‘minimaler Musik maximal serviert’ von einer ultra-tighten Viererbande, die zwischen Kopenhagen, Hamburg und Giessen aus der alten Garde und neuen Freunden zusammenshanghait wurde: Die Musiker: Arne Diedrichson – Bass (FB, Der König tanzt), DJ exel.Pauly, Sampler, Cuts & Geklöppel (FB, Deine Freunde), Janus Nevel-Ringsted,  Drums (Spleen United, Der König tanzt) und Taco van Hettinga, Tasten, Knöpfe & Geklöppel (FB, Boy). Die Wahl des jungen Mannes zum Mitreisen fiel diesmal (nach zuletzt 2010 Die Orsons und Kraftklub) auf MC Fitti.“

31.01. Feierwerk – Che Sudaka – Eine der bekanntesten und umtriebigsten Bands aus Barcelona macht ebenfalls Halt in München. Auf einem ihrer letzten Alben “Tudo E Possible” (Kasba Music / Galileo Music Communication) das gleich zu Beginn mit dem Slogan “Yo Quiero Más!” (übersetzt: “Ich liebe lieber!”) aufwartete, versprühten sie neben Lebensfreude und Optimismus auch Nachdenklichkeit und Kritik. Mit “1111 Lives” haben sie unlängst übrigens auch ihr erstes offizielles Live-Album veröffentlicht (im deutschen Vertrieb bei Galileo Music). Der Titel bezieht sich auf die mittlerweile 1.111 Konzerte in elf Jahren in 34 Ländern. Auf dem Album präsentiert die Band ein 2012 im Budapester Club A38 aufgenommenes Konzert, eine Art “Best Of” mit der ganzen, für ihre Auftritte so typischen Energie. Mit ihrer Mischung aus Cumbia, Ska und Punk sind CHE SUDAKA mittlerweile eine weltweite Referenz ihres Genres. Auf Youtube findet sich mit “Espiritu de Lucha” (“Kampfgeist”) aktuell auch ein 32minütiges Tagebuch ihrer beiden Japan- Abenteuer 2011 und 2012. In diesem Video (mit englischen Untertiteln), berichtet die Band u.a. von ihren Begegnungen mit japanischen Fans und Aktivisten, Jam-Sessions mit Musikern legendärer Bands wie Los Fabulosos Cadillacs und The Specials und akustischen Improvisationen vor begeistertem Publikum nach dem Ausfall der Bühnen-P.A.

 04.02. Muffathalle – Stromae – Dass der Mann der mit “Alors On Danse” vor ein paar Jahren scheinbar (!) über Nacht die internationalen Hitlisten und Dancefloors eroberte aus Belgien kommt hat sich zwischenzeitlich herumgesprochen. Aber noch nicht jederman weiß, dass es sich bei dem Künstlernamen um ein Anagram respektive Verlan von “Maestro” handelt.  Wie auch immer. Nach einem ersten Berlin-Gig vor wenigen Tagen in restlos ausverkaufter Halle, wird er erfreulicherweise auch in München mit seinem neuen Album Racine Carrée auf Tour sein: Mit perfekter Balance zwischen der Unbekümmertheit seiner bemerkenswerten Beats und den kritischen Reflexionen in seinen Texten präsentiert er seine Ansichten über die Musik, das Leben und den Zeitgeist. Mit “Formidable” wurde vor einigen Wochen in Deutschland die zweite Single aus dem Album Racine Carée veröffentlicht, mit der er in Frankreich und Belgien bereits die Spitzen der Charts erklimmen konnte. Das dazugehörige provokante Video wurde mit versteckter Kamera gedreht. Inzwischen erlangte das Video unglaubliche 50 Millionen Klicks!



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