Bisher kannte man Alnavit primär durch seine Müsli-, Riegel-, Brot- oder Saisonprodukte – wie zum Beispiel zur Weihnachtszeit die recht schmackhaften, glutenfreien Bio Dominosteine – oder eben seine sortenreinen Mutter- bzw. Direktsäfte. Nun aber wird im Getränkesektor kreuz und quer gemixt und damit Glück in Flaschen angepriesen – “ayurvedisch inspiriert”…
Konkret sind seit kurzem drei Bio-Getränke (je 250 ml Flasche ca. 2,49 Euro) im Angebot, die “mit ihren ungewöhnlichen Rezepturen und der bewussten Komposition der verwendeten Gewürze…eine genussvolle Unterstützung beim Suchen und Finden der kleinen Glücksmomente im Alltag” sein wollen: Die Firma wirbt im Zusammenhang von “GlücksMoment”, “GlücksTanz”, “Glücksstille”.mit dem Namen des Wuppertaler ayurvedischen Kochs und Buchautors Volker Mehl als Inspirationsgeber für diese Produktlinie und bietet auf der eigenen Webseite Kochrezepte für den jeweiligen Saft. In der Listung der Zutaten steht “milchsauer vergoren”, Säfte werden trotzdem als vegan bezeichnet. Auf der Webseite wird zu dieser tatsächlich bei vielen laien aufkeimenden Irritation erklärt, dass Gemüsesäfte direkt nach der Pressung mit sogenannten Lactobacillen versetzt werden, bei der kontrollierten Gärung bilde sich rechtsdrehende L(+)–Milchsäure, die für eine gesunde Darmflora sorgen und so vergorene Säfte im Vergleich zu rohem Gemüse bekömmlicher machen sollen.
Was uns anders als dieses Thema stutzig mache, war, dass alle drei Säfte trotz nominell extremst unterschiedlicher Ingredienzien die nahezu völlig gleiche, dunkelviolette Farbe aufwiesen. Die Gestaltung der Etiketten macht es zudem nicht leicht, neben dem Kunstnamen des Getränks und den Hinweis, dass es bio ist, auch nur die jeweils drei wichtigsten, vom Hersteller hervorgehobenen Obst und Gewürze zu entziffern.
Aber kommen wir zum Geschmack: “GlücksStille” wirbt mit Birne, Rose und Zitronengras. Das Produkt schmeckt auch letztlich angenehm mild und fruchtig und nach eben jenen Zutaten – hier ebenso verwendeter Fenchel-, Granatapfel- und Heidelbersaft (letztere beide wohl auch als Farbgeber) sowie Kurkumaextrakt fallen am Gaumen kaum auf. Laut der Hervorhebung auf dem Etikett komme “GlücksTanz” hingegen zuvörderst mit Apfel, Guarana und Ingwer daher – der “Rote Bete Saft milchsauer vergoren” wird hingegen nicht gezielt beworben, obgleich er 15 % ausmacht (im vergleich Apfelsaft zwar 39 %, dagegen Ingwersaft 5 %, Guaranaextrakt 0,2 %) – außerdem mischen hier noch Holunder, Zimt, Mangomark und Aroniasaft mit. Von Geschmack – und Geruch – dominiert letztlich die Rote Beete am stärksten – was man mögen muss. Aber auch dann ist es unseres Erachtens letztlich noch eine sehr beliebig, alles andere als homogen wirkende Mischung.
Der dritte Saft im Bunde – der “GlücksMoment” – wiederum hebt größer die Worte Apfel, Kardamom und Süßholzwurzel – erst auf der Zutatenliste oder eben beim ersten Schluck fallen hingegen u.a. Karottensaft (15%) oder Kartoffelsaft (milchsauer vergoren 5%) auf. Auch hier kann uns die Gesamtkomposition nicht vollends überzeugen, aber es ist zumindest stimmiger und im Nachgang durchaus als mild und würzig zu bezeichnen. So ist es letztlich die eingangs erwähnte GlücksStille, die wir als den Entdeckenswertesten der neuen Alnavit-Säfte empfehlen können.
