Ihre Trüffelschweine im fränkischen Einheitsbrei

Kulleraugen in der Karibik

Der mit 5 Millionen Zuschauern glänzende Kino-Erfolg „Die Winzlinge – Operation Zuckerdose“ findet nun eine Fortsetzung: Eine Spinne, eine Ameise und zwei der bei den Zuschauern zu Recht besonders beliebten Marienkäfer landen dabei in der Karibik. Neben all dem Kreuchen und Fleuchen spielen diesmal auch Menschen eine durchaus gewichtige Rolle.

Das Erfolgsgeheimnis von Hélène Giraud und Thomas Szabo, den Schöpfern der Winzlinge, die die Idee für die fulminante französischen Fernsehserie „Minuscule“ hatten, gemeinsam die Drehbücher entwickeln und auch miteinander Regie führen, ist seit 2006 unverändert und begeistert weltweit tatsächlich alle Altersgruppen: atemberaubende reale Naturschauplätze und computergenerierte Charaktere, alles in stereoskopischem 3D fotografiert, verschmelzen mit einem teils aberwitzig anmutenden Soundgewand, dass jede Form von Sprache ersetzt, zu einem großen Ganzen. Und nun geht es eben auf die Antillen – genauer gesagt wird das Universum der Winzlinge nach Guadeloupe verlegt.

In der Serie haben die Macher Menschen immer nur von hinten oder bis zur Taille gezeigt. Nun in „Die Winzlinge – Abenteuer in der Karibik“ sind die Zweibeiner mittendrin im Geschehen. Aber auch sie sprechen nicht! Weder zu Beginn des Animationsfilms in der Maronenfabrik in Frankreich, wo ein Marienkäfer-Junges in einer Exportkiste landet, noch dann im weiteren Verlauf im “Dschungel”, wo sie den Regenwald abholzen. Der Streifen hat nämlich auch eine starke ökologische Komponente, die ist aber so dezent platziert, dass sie den jüngsten Zuschauern sicher nicht zu irritierend erscheint, geschweige denn den Spaß nehmen könnte. Aber auch für die Kleinsten finden sich viele weitere Themenfelder greifbar: Überwindung von Ängsten, Freundschaft, Solidarität und Begegnungen mit dem Unbekannten etwa sind in den rund neunzig Filmminuten omnipräsent.

Glupschaugen, lautmalerische Zirp-Sprache und andere den jeweiligen Vielbeinern individuell zugeordneten Lauten und Geräuschen sowie speziell bei schnellen Flügen und Abstürzen der Insekten Flugzeug-, Helikopter- oder Motorräder-Geräusche dürfen natürlich auch im zweiten Kinoabenteuer der Winzlinge nicht fehlen. Die Grundgeschichte ist rasch erzählt, auf der Leinwand aber herrlich facettenreich ausgelebt und noch detailverliebter animiert als alle Minuscule-Erlebnisse bisher. Nachdem in der besagten Fabrik – einige Tiere waren hier gekommen, um ihre Wintervorräte aufzufüllen – die Kiste mit dem kleinen Marienkäfer zur Reise nach Guadeloupe fertig gemacht war, und auch am Flughafen keine Rettung in letzter Sekunde erfolgen konnte, machen sich erst Papa Marienkäfer und schließlich auch eine schlaue, klassische Musik auf dem i-Pad hörende Spinne und eine trollige Ameise (mit einer dank Heliumballons zum Luftschiff umgebauten Spielzeuggaleere) auf dem Weg, den Jungen wieder nach Hause zu holen. Der wiederum lernt voller Staunen die Flora und Fauna der Karibik kennen. Dabei erwarten ihn nicht nur neue Freudschaften sondern auch ungeahnte Gefahren und Fressfeinde.

kulturkueche.de sagt: Eine gleichzeitig dermaßen lustige, rührende und spannende Geschichte ohne klassische Worte zu erzählen – das ist wahrlich großes Kino! „Die Winzlinge – Abenteuer in der Karibik“ ist ein Film für wirklich die ganze Familie. Und auch Menschen ohne eigene Kinder, können hier eine helle Freude haben.



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