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Postpunk – Chanson – Hamburg

Neben vielen anderen tollen Preisen, die hinter den anderen Fensterchen unseres Winterkalenders 2016 stecken oder dort noch nach und nach auftauchen werden, können Sie mit Ihrer Gewinnspielteilnahme (an einigen Tagen lauern hinter den Zahlen keine Dinge sondern Fragen – insgesamt vier Stück müssen Sie lösen!) auch das hier abstauben: Die neue Scheibe von “Der Rest”

wow-kochenDie Hamburger Alternative-Band Der Rest veröffentlicht am 18. November 2016 ihr neues Album “Therapie für alle”. Seit dem Debüt aus dem Jahre 2011 hat die Band einige personelle Wandlungen und musikalische Entwicklungen durchlebt. Konstante blieb dabei stets Songwriter, Gitarrist und Sänger Phil Taraz. Aus dem anfänglichen Quartett mit Akustikgitarren, Kontrabass und Drums hat Taraz mittlerweile ein laut verstärktes Trio destilliert, welches u.a. live eine stetig wachsende Fangemeinde begeistern kann. Jetzt präsentieren sie ihr viertes Album. Die elf Songs auf “Therapie für alle!” (01. Deine Seele in meinem Bett – 02. Die Festung – 03. Der Wald – 04. Er tritt auf den Platz – 05. Ich liebe dich – 06. Wenn der erste Schnee fällt – 07. Was wenn nicht – 08. Das Licht – 09. Wir wollen den Horror – 10. Lasst uns tanzen – 11. Nur ein Tier) wurden wieder in Eigenregie produziert und zeigen “Der Rest” von seiner bisher kraftvollsten Seite.

Ohne Schminke oder Filter, sondern geboren aus der unbedingten Leidenschaft, Ungehörtes zu erzeugen sei Taraz’ Credo. „Es gibt einen Satz von David Lynch, der zu meinem künstlerischen Credo wurde“, sagt Phil, wobei es wohl kein Zufall ist, dass ausgerechnet Lynch diesen Satz sagte, könnte man ihn doch ausgezeichnet als visuelle Entsprechung zu den Gedankenwelten von “Der Rest” verstehen. Der Satz lautet: Du kreierst etwas, und das sagt dir dann, was es als nächstes werden möchte. „Aus diesem Prozess entstehen die Songs“, so Phil, „denn um den Ausdruck geht es. Man darf sich niemals wiederholen, das ist der Tod der Kunst. Das einzige, was ich zu steuern versuche, ist, Dinge auszumerzen, die mir nicht gefallen. Die Frage, die ich mir beim Musikmachen immer stelle: Wohin soll die Reise als nächstes gehen? Alles andere entscheidet sich auf einer abstrakten Ebene, es geschieht einfach.“

Wohl unter dem Eindruck des neuen Albums textete jemand beherzt: “Das lauteste Trio seit Motörhead, die unterhaltsamste Chose seit James Last und die bittersten Erkenntnisse nach Discharge und Napalm Death – es kehrt alles zurück!…Menschen mit schwachen Nerven, Herzschlaginsuffizienz oder Schwangerschaft sei dringend von Der Rest abgeraten. Suizid, Infarkt und unwillentlicher Abortus wären der Preis einer Nichtbeachtung dieses freigeistigen Hinweises. Auf der Kehrseite der Medaille findet man hier eine Lebensfreude und eine Energie die sich auf den richtigen Zuhörer wie ein wahres Geschenk auswirkt.”

Als Anspieltipp empfehlen wir übrigens das Stück zum politischen Zeitgeschehen, Nummer zwei auf der CD, welches nicht schweigt, dass Menschen in Not auf dem Weg zum sich abschottenden Europa krepieren.