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Gekochtes Ei, Rührei, Spiegelei, Omlette … Irgendwann hat man all diese Variationen mit oder ohne zusätzlichen Zutaten – angenommen, man ist kein Veganer/isst überhaupt Eierspeisen – durch. Und so stolperten wir beim Wunsch nach mehr Abwechslung über ein Gerät, das “Ei am Spieß” herstellen will. Gebratenes Ei in Form einer Rolle steige gar ganz alleine hoch, just nachdem es durch sei. Klar, dass wir es selbst sehen und auch testen mussten, was dieser Eierroller wirklich kann, zumal auch in Sachen Wraps so einiges versprochen wird.


Der in schwarz-weiß gehaltene “Rollie” mit dem Aufdruck “Trebs” ist 26 cm hoch. Der Garraum hat indes gerade mal ca. 3 cm Durchmesser. Ein breiter Silikonring mit Noppen ermöglicht es zumindest schon mal, dass man das Gerät auch dann problemlos anpacken kann wenn es so richtig auf Touren gekommen, also ziemlich heiß ist – es rutscht auch bei unvorsichtigen Probanden nicht aus der Hand. Mitgeliefert werden außerdem eine Reinigungsbürste, zehn Holzspieße und ein Teil, was in der Anleitung Ölsprüher genannt wird und ein metallenes schmales Röhrchen darstellt ohne jedweden Druckknopf, zerstäuber oder ähnliches mit einem runden Sockel an einem Ende taugt unseres Erachtens bestenfalls als “Schieber”, wenn man festeres als Ei, z.B. eine Teigrolle in das Garloch stecken will. In jedem Fall hatten wir glücklicherweise selbst einen eigenen, richtigen Ölsprüher – der anders als der Rollie-Beipack seinem Namen Ehren macht – zur Hand. Andernfalls wäre ein leichtes Ausgleiten der Innenwände des Eierzubereiters mit Öl extremst mühsam.

Positiv indes: Die Bedienungsanleitung ist ziemlich ausführlich und bietet außerdem zehn Rezepte von klassischen Eierrollen über Truthahn mit Cheddar im Teig bis hin zu Zimtrollen. Die Vorbereitung zum Kochen ist einfach: Das Gerät auf eine ebene Oberfläche stellen, an eine Steckdose anschließen und erstmal zehn Minuten lang heiß laufen lassen. Danach vom Netz nehmen, abkühlen lassen, ein wenig putzen (entstauben) und der Eierroller sei betriebsbereit. Zunächst stand bei uns eine Eierrolle auf dem Testplan. Also hieß es: das Gerät wieder an den Strom anschließen – das rote Lämpchen leuchtet auf. Nachdem sich das Gerät ausreichend erhitzt hat – es dauert ein paar Minuten -, leuchtet das grüne Lämpchen. Jetzt gilt es Öl in den Garraum zu sprühen und dann ein oder zwei Eier direkt über dem Loch aufzuschlagen. Etwas Salz und Pfeffer hatten wir noch dazugegeben und warteten mit kaum erträglicher Spannung ca. 8 Minuten lang, dass unsere Eierrolle wie durch Zauberhand aus dem Garraum steigt. Und siehe an, sie tat es. Also besser gesagt: irgendetwas erblickte das Licht der Welt.



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Denn als sich die erste Euphorie gelegt hatte, kam die Ernüchterung – aus unterschiedlichen Gründen: die Rollen sehen nicht wirklich schön im Sinne von appetitlich aus, je nachdem wie sich das schwere Eigelb im Garraum sich positioniert (oder man lässt das Dotter weg und hat reine Eiweißrollen in der Hand oder am Spieß). Zudem ist im Bereich was als erstes aus dem Eierroller kommt haufenweise trockene “Eihaut” ohne Inhalt zu vermelden gewesen. Wir haben natürlich nicht nur eine sondern rund zehn Durchläufe allein mit Eiern durchgeführt. Einige Eierrollen brachen beim Herausnehmen, weil sie teilweise nicht ganz fest gekocht waren, andere wollten partout nicht von alleine raus, es musste nachgeholfen werden, zum Beispiel indem man das vertikale Kochresultat quasi sanft aus dem Gerät schüttelt oder mit dem Holzspieß herumstochert. Besonders ärgerlich: die Zutaten und Gewürze verteilen sich selten auch nur annäherend gleichmässig, zum Beispiel sammeln sich Schinkenwürfel auf dem Boden, nachträglich gestreute Salz und Pfeffer – wenn man keine Rühreier möchte – bleiben tendenziell flächig oben haften.

Erst recht ist es eine mühselige Arbeit, in dem winzigen Garloch zum Beispiel eine Pizza (gerollte, versteht sich) oder einen Wrap (in unserem Fall mit Käse belegt, man hätte auch theoretisch Fleichhsückchen mit dazunehmen können) zuzubereiten. Bemerkbar war, dass das untere Drittel jeweils schön durch war – also Käse fein geschmolzen – aber der Rest: naja. Die Speisen, die man mit Rollie überhaupt nur zubereiten kann, gehen auf “traditionelle” Weise auch mengenmässig schneller. Will man seine Kinder oder Gäste kurz zum Staunen bringen, ob des Effekts ein Ei wie Phönix aus der Asche aufsteigen zu sehen bzw. am Spieß zu servieren, kann das ein, zwei Mal lustig sein – Nutzen in der Küche selbst und oder Abwechslung auf dem Speiseplan wird man davon nicht haben.


tacho-05Bestellablauf/Handling: 2/5
Qualität/Originalität: 2/5
Preis/Leistung 1/5

erhältlich beim Onlineshop Radbagfür knapp 40 Euro

Unser Fazit: Es schien eine wirklich originäre Idee, ein gekochtes Ei in Rollenform zu bringen und an einem Spieß zu servieren. In der Praxis hapert es aber mit vorzeigbaren Ergebnissen auf nahezu ganzer Linie. Andere Rezepte mit Teig stellen einen gar vor die Herausforderung, fast wie in einer Puppenküche, also betont geschickt zu hantieren. Wenn nicht nur für eine Person gekocht wird – es kann ja nur jeweils ein Produkt nach dem anderen bereitet werden – sind zudem die ersten Portionen bereits kalt, bis die nächsten fertig sind, oder man verzichtet darauf, dass alle gleichzeitig etwas abbekommen und stellt die Hungrigen am besten in eine Schlange.

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